Sein angestammter Platz

Sackträgerbrunnen soll auf Kornmarkt stehen.

Das Bild zeigt den Sackträger samt Brunnen an seinem angestammten Platz aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Kornmarkt umgeben von der Johanniskirche (wie heute, links vom Fotografen aus gesehen), dem Kaufhaus Carl Spennemann und einem weiteren Gebäude längs der Johannisstraße, die man hinter dem Häuserspalt (rechts) erahnen kann. Die vierte Seite des Kornmarktes war – wie heute – offen, dort verläuft die Hauptstraße.

Der Rat der Stadt Witten soll die Verwaltung beauftragen, den Sackträgerbrunnen im Rahmen der Platzneugestaltung wieder auf dem Kornmarkt aufzustellen. Dort sei sein historisch angestammter Platz.
In der schriftlichen Begründung des Antrages der CDU- und SPD-Fraktion heißt es unter anderem: Im Zuge der Kornmarktbebauung soll auch der Platz selbst neu gestaltet werden. Die geplante Bebauung des Kornmarktes orientiert sich an der Bebauungssituation der Vorkriegszeit.
Ob die Platzgestaltung wieder genauso oder auf andere Weise besser funktioniert, wird sich im Wettbewerb herausstellen. Die Teilnehmer benötigen Spielraum für ihre Planungen. Gewiss werden sie auch die Wiederherstellung der historischen Situation mit in Betracht ziehen und dort möglicherweise Anleihen nehmen. Mit einer Versetzung des Sackträgerbrunnens zurück auf den Kornmarkt würde in jedem Fall ein Stück Stadtgeschichte an den historischen Standort zurückkehren.


Zweieinhalb Zentner schwer
Auf der Internetseite der Stadt Witten ist folgendes zu Brunnen und Sackträgerstatue zu finden: Der Sackträgerbrunnen ist ein Stadtsymbol Wittens und erinnert an den im 17. und 18. Jahrhundert florierenden Kornmarkt und die damals bedeutsame Sackträgergilde. Witten war damals einer der größten Umschlagplätze für Korn und Getreide in Westfalen. Die Säcke mussten zum Markt getragen werden. Dafür wurden vom Polizeiamt Personen ausgesucht, die unbescholten waren und im Bezirk Witten wohnten, so sollte Betrug und Diebstahl vorgebeugt werden. Natürlich mussten die Sackträger kräftig genug für die harte Arbeit sein, sie mussten beweisen dass sie in der Lage waren, zweieinhalb Zentner (125 Kilogramm) zu schultern.

 


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