Ruhrtalfähre hat(te) wieder Handbreit Wasser unter dem Kiel

Erst konnten sie nicht, dann durften die beiden
Ruhrtalfähren nur unter hohen Auflagen in ihr ange-
stammtes Gewässer...

Wäre alles planmäßig gelaufen, hätten die Fähren am 1. April erstmals in diesem Jahr wieder Wasserberührung gehabt. Es hat nicht sollen sein: zuerst führte die Ruhr Hochwasser, dann wurde auch einer der Schiffsführer vom Regierungspräsidium Düsseldorf krank. Nachdem sich Wasser und Krankheit wieder normalisiert hatten, wurde Dienstag, 7. April, als Nachholtermin ausgeguckt. Tatsächlich klappte es dann einen Tag später - immerhin rechtzeitig vor Ostern.


Autokran hievte beide Fähren in die Ruhr
Bei strahlendem Sonnenschein hob ein 100-Tonnen-Autokran die beiden 10 und 20 Tonnen schweren Fähren aus ihrem Winterquartier am Königlichen Schleusenwärterhaus in die Ruhr. Die beiden Publikumsmagneten sollen in diesem Jahr bis zu 170.000 Gäste – rund das 1,72-fache der Einwohnerzahl Wittens (98.776 am 31.12.2018) – vom Schleusenwärterhaus zur Burgruine Hardenstein hinüber oder herüber bringen.


„Corona“ erforderte Einschränkungen
Wenn 2020 denn ein „normales“ Jahr wäre. Natürlich zeigte auch „Corona“ erhebliche Auswirkungen. In Absprache mit dem Ordnungsamt stach die „Hardenstein“ seit Gründonnerstag täglich von 10 bis 18 Uhr in See – genauer gesagt in die Ruhr. Aus Sicherheitsgründen durften nur maximal 15 bis 20 Menschen gleichzeitig transportiert werden, Markierungen auf dem Boden sollten für die Einhaltung der Mindestabstände zwischen den Passagieren sorgen. „Das klappte auch, die Passagiere haben sich Gründonnerstag und Karfreitag an die Vorgaben gehalten“, freute sich Helmut Schönekess, bei der Wabe verantwortlich für den Fährbetrieb. Doch dann streikte die Technik, genauer gesagt, der rechte Motor der „Hardenstein“. Die Wabe musste ab Karsamstag den Betrieb wieder einstellen und da auch das Ladegerät der „Kleinen Fähre“ noch nicht einsatzfähig war, fiel der gesamte Fährbetrieb über Ostern „ins Wasser“. Bis Techniker und Ersatzteile aus den Niederlanden Witten erreichten, waren etwas über zwei Wochen ins Land gezogen. „Uns fehlte der zweiwöchige Testbetrieb“, so Thomas Strauch. Jetzt pendelt sie wieder täglich von 9 bis 19 Uhr, von Juni bis August sogar bis 21 Uhr.


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