Ruhrparlament wird zum ersten Mal durch Bürger gewählt

Jusos Ennepe-Ruhr nominieren 28-jährige Sozialdemokratin und hoffen auf Unterstützung.

Janine Schulze möchte in das Ruhrparlament gewählt werden.

Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) ist das „Ruhrparlament“ und damit die einzige demokratisch legitimierte und verlässliche regionale Klammer der Metropole Ruhr. Das Ruhrparlament ist Forum für alle Städte und Kreise der Region und tagt in Essen. Wahlberechtigte Bürger in der Metropole Ruhr können im Herbst 2020 erstmals die Vertreter in der RVR-Verbandsversammlung für fünf Jahre direkt wählen. Ermöglicht wird dies durch eine Novelle des RVR-Gesetzes aus dem Jahr 2015.

Die Wahl des Ruhrparlaments findet am 13. September 2020 zeitgleich mit der Kommunalwahl statt. Die Wähler erhalten dazu einen weiteren Stimmzettel. Das RVR-Gesetz sieht vor, dass die Verbandsversammlung künftig aus 91 Mitgliedern besteht.
Der Verband hat folgende gesetzliche Aufgaben: Er ist für das Marketing des Ruhrgebiets sowie Umwelt- und Freizeitförderung wie der Emscher Landschaftspark oder die Route der Industriekultur zuständig. Außerdem entwickelt er sogenannte Masterpläne für die Raumordnung und erfasst kartografische Daten. Ab Oktober 2009 übernahm er die staatliche Regionalplanung für das Ruhrgebiet. Größte RVR-Tochtergesellschaft ist die AGR Unternehmensgruppe, eine weitere Tochtergesellschaft ist die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr GmbH. Des Weiteren kann der Verband Aufgaben als Dienstleister übernehmen.
Der RVR soll auch Vorhaben zum Klimaschutz und zur Nutzung erneuerbarer Energien städteübergreifend planen und durchführen. Auch bei der Verkehrsentwicklungsplanung soll er die Mitgliedskommunen unterstützen. Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist Mitglied im RVR.
Die Jusos Ennepe-Ruhr-Kreis haben mit der 28-jährigen Ennepetalerin Janine Schulze nun erstmals eine Kandidatin für das Ruhrparlament nominiert. „Bei der ersten Wahl des Ruhrparlaments durch die Bürger dabei zu sein ist natürlich etwas ganz besonderes - es gibt keine Anleitung oder Beispiele, wie es andere gemacht haben. Die Aufgabe reizt mich ungemein”, so Schulze. Ihre Schwerpunkte im Ruhrparlament sieht sie in den Themen Umwelt und Mobilität, aber auch Bildung und Tourismus liege ihr am Herzen.
Janine Schulze ist seit 2015 in der SPD, hat 2018 die Jusos in Ennepetal reaktiviert und sitzt diesen vor. Sie arbeitet in der Unternehmenskommunikation und hat Sozialwissenschaften studiert.
Auch außerhalb der Politik ist die Kandidatin in Vereinen aktiv: Sie tanzt, betreibt Kampfsport, ist im Karneval und in der Kirche aktiv.
Der Vorsitzende der Jusos Ennepe-Ruhr, Leon Reinecke aus Hattingen, sagt: „Als frisches und glaubwürdiges Gesicht kann sie auch zweifelsfrei der SPD sehr gut tun. In den letzten Jahren ist immer gesagt worden ‚Beim nächsten mal müssen mehr Jusos ran’ - jetzt ist die Chance, diese Versprechen wahr zu machen.


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