Pflege ist Vertrauenssache

Die Qualität muss stimmen, doch mindestens genauso wichtig ist liebevolle Zuneigung.

Es geht ja nicht nur um die körperliche Gesundheit, sondern auch um Herzenswärme. Es geht um die Seele des Kunden. „Wir möchten neben der körperlichen Pflege den Menschen eine soziale Bindung bieten“ - das ist der Tenor vieler ambulanter Pflegedienste!
Aber: Leicht ist das nicht! Die Arbeit ist anstrengend und der Dienst  am Menschen gehört nicht zu den Berufen mit Top-Gehalt.
„Mehr Personen werden nach dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff mehr Leistungen in Anspruch nehmen. Die Selbstständigkeit des Menschen ist die neue Richtschnur bei der Bewertung der Pflegenotwendigkeit. Geistige und kommunikative Fähigkeiten werden jetzt ebenso einbezogen wie körperliche Aspekte. Dadurch und durch den Wunsch, eine ambulante vor eine stationäre Versorgung zu setzen, wird unser Dienst am Menschen auf eine neue, individuelle Ebene gehoben“, sind sich die örtlichen Pflegedienste sicher.  Junge Menschen für die Pflege zu begeistern, ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Doch wir leben in einer Gesellschaft, in der Kinder oft ohne Bezug zu älteren Menschen aufwachsen. Viele von ihnen haben noch nicht einmal zu den Großeltern regelmäßigen Kontakt. Das früher eher selbstverständliche Sorgen und Versorgen der älteren Menschen in der Familie ist zunehmend unbekannt. Früh müsste man in Kita und Schule den Kontakt zwischen den Generationen herstellen. Die Hinwendung zum älteren Menschen muss wieder Alltag werden.  Beispiele dafür gibt es übrigens schon. So hat eine Gesamtschule in Magdeburg ein Wahlpflichtfach „Pflege“ für Schüler der neunten und zehnten Klasse eingeführt. Auch in NRW im Kreis Heinsberg läuft ein vergleichbares Projekt mit Gesamtschulen. Junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern ist eben eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die ambulanten Pflegedienste bieten neben der Grundpflege die Behandlungspflege durch geschultes Fachpersonal. Auch Port- und Tracheostoma-Versorgungen werden von vielen Einrichtungen durchgeführt. Doch neben der Qualität in der Pflege ist die persönliche Zuwendung zum älteren und manchmal auch einsamen Menschen ein MUSS! Pflegeberufe müssen aufgewertet werden. Es ist Zeit für ein neues Selbstbild des Berufes. Pflege muss eine eigenständige Profession im Gesundheitswesen werden. Dann würden Pflegeberufe nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch aufgewertet werden. Experten gehen davon aus, dass bis 2025 in Deutschland zwischen 150.000 und 200.000 Pflegekräfte fehlen werden. Diese Zahlen verdeutlichen: Es muss jetzt gehandelt werden. Schon heute ist es in vielen Städten ein Problem, einen Pflegedienst zu finden, der freie Kapazitäten hat.


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