Neuer Rewe-Supermarkt in Rüdinghausen kann realisiert werden

Politik stellt Weichen für REWE-Neubau zur Grundversorgung.

Die Inhaber des Rewe-Marktes Kesper & Rode an der Friedrich-Ebert-Straße in Rüdinghausen möchten hinter dem heutigen Supermarkt einen neuen und größeren Markt errichten.  Sie haben erläutert, dass sie den heutigen Ansprüchen an einen Vollsortimenter im Hinblick auf die Breite des Warensortiments und die Präsentation der Waren auf dieser Fläche nicht gerecht werden  können  und  somit  um  ihre  Konkurrenzfähigkeit  fürchten.  Auch  die  Lager-  und Parkplatzflächen werden als zu knapp bemessen und nicht mehr zeitgemäß geschildert.
Im  vorliegenden  Fall  handelt  es  sich  mit  den  angestrebten  ca.  1.500 qm Gesamtverkaufsfläche um ein großflächiges  Einzelhandelsvorhaben, der nach Baunutzungsverordnung  ausschließlich  in  Kern-  oder Sondergebieten zulässig ist. Diese Gebiete sind wiederum gemäß den Zielen der Landes- und Regionalplanung nur im Allgemeinen Siedlungsbereich und in bestehenden oder planerisch festgelegten  zentralen  Versorgungsbereichen  (ZVB)  zulässig.  Ausnahmsweise  dürfen Sondergebiete für Vorhaben mit nahversorgungsrelevanten Kernsortimenten auch außerhalb zentraler Versorgungsbereiche festgesetzt werden, wenn sie städtebaulich integriert sind, möglichst  viele  Menschen  erreichen,  der  Nahversorgung  dienen  und  von  ihnen  keine schädlichen  Auswirkungen  auf  zentrale  Versorgungsbereiche  (auch  anderer  Gemeinden) ausgehen.
Die zwei infrage kommenden Standortvarianten  für  den  Neubau  liegen  außerhalb  eines  zentralen Versorgungsbereichs. Die Verwaltung hat daher das Büro Stadt+Handel beauftragt, eine  Auswirkungsanalyse  für  die  geplante  Erweiterung  zu  erstellen, in der untersucht wird, ob bzw. unter welchen Bedingungen ein Neubau realisiert werden könnte. Die eine Variante scheint schon daran zu scheitern, dass eine Eigentümerin ihren Grund nicht zur Verfügung stellen möchte. Egal welche Variante sich durchsetzt, für den neuen Rewe-Markt müssen vor allem Gärten auf städtischem Grabeland weichen. Den Pächtern soll die Stadt auf Wunsch Ersatzflächen anbieten. Die Inhaber von Rewe Kesper & Rode in Rüdinghausen dürfen aber voraussichtlich einen neuen Supermarkt bauen.
Dafür müssen ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. Im Flächennutzungsplan ist der nördliche Bereich, auf dem der Neubau entstehen soll, als Grünfläche  mit  der  näheren  Zweckbestimmung  Freizeit-  und  Erholungsgärten  dargestellt. Das erfordert Änderungen. Der Flächennutzungsplan soll  eine Darstellung als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Großflächiger Einzelhandel mit einer max. Verkaufsfläche von 2.300 qm erhalten. So wurden jetzt die ersten Weichen für das Projekt vom Ausschuss für Stadtentwicklung gestellt. Bei zwei Gegenstimmen (Grüne, Linke) folgten die Politiker der Argumentation des Planungsamtes, die Vergrößerung sei notwendig, um die Konkurrenzfähigkeit des Standortes und die Nahversorgung von Rüdinghausen zu sichern.


Baurat ist zuversichtlich, Pächtern etwas anbieten zu können
„Bommern, Stockum, Herbede, Heven – alle haben moderne Supermärkte. Es wäre nicht begreifbar, wenn Rüdinghausen keinen haben sollte“, sagte Pirat Roland Löpke. „Sonst fahren die Leute nach Dortmund“, meinte Klaus Wiegand (SPD), „damit würden wir auch Verkehr erzeugen.“
Der neue Markt und sein Parkplatz liegen auf Grabeland. Die Stadt hat dort Parzellen vermietet. Der Verlust dieser Grünfläche sei problematisch, so Wiegand. Die Stadt soll prüfen, ob Pächter auf der Restfläche untergebracht werden können oder ob die Stadt ihnen woanders Grabeland anbieten kann. Seinem Antrag schloss sich der Ausschuss an. Stadtbaurat Stefan Rommelfanger zeigte sich zuversichtlich, dass die Stadt für interessierte Pächter Lösungen finden werde. Im Ausschuss wurde der Öffentlichkeit erstmals ein Lageplan zu dem Projekt gezeigt. Nach diesem können etwa zehn Parzellen des Grabelandes erhalten bleiben.


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