NaWit kämpft gegen Herkulesstaude

Sie werden bis zu vier Meter groß, sehen dekorativ aus, sind aber gleichzeitig auch ein Riesenärgernis...

Sie werden bis zu vier Meter groß, sehen dekorativ aus, sind aber gleichzeitig auch ein Riesenärgernis: seit einigen Jahren breitet sich die Herkulesstaude in Witten, vor allem im Einzugsbereich der Ruhr, aus. Die Pflanze, auch bekannt als „Riesenbärenklau“ oder „Stalins Rache“, ist eine invasive Pflanze, die nicht in diese Breiten gehört und heimische Arten verdrängt. Flächendeckende Aktionen zur Eindämmung finden augenscheinlich nicht statt. Die Naturschutzgruppe Witten (NaWit) versucht immerhin, der unerwünschten Pflanze auf abgelegenen Ruhrwiesen zu Leibe zu rücken und so zumindest punktuell die Verbreitung aufzuhalten.
Dabei ist die Herkulesstaude nicht ungefährlich: der Saft der Pflanze ist phototoxisch und kann in Kombination mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen der Haut führen, die Blätter sind scharf gesägt. Gelangt doch mal Pflanzensaft auf die menschliche Haut, sollte die betroffene Stelle schnell mit Seife und Wasser gewaschen und mindestens zwei Tage nicht der Sonne ausgesetzt werden. Flüchtige Berührungen beim Spazierengehen reichen.  Wenigstens eine gute Seite: die Herkulesstaude ist ein guter Nährstofflieferant für Bienen.
So kam „Stalins Rache“ nach Deutschland
Die ersten Samenkörner der Herkulesstaude brachten Reisende aus dem Kaukasus mit zu den biologischen Gärten in Deutschland. Die Hoffnung war groß, nun bald über eine neue Futterpflanze zu verfügen. Doch den Kühen schmeckte das neue Futter nicht. Die Ernte wanderte auf den Kompost, die Versuchsfelder wurden untergepflügt, was aber blieb, war die Herkulesstaude. Die robuste Pflanze lebte weiter, Wind und Wasser übernahmen die Verbreitung in alle Richtungen - letztendlich auch bis nach Witten. Angeblich beschimpften die Polen den Eindringlich aus dem Kaukasus als „Stalins Rache“.
Was hilft gegen die Herkulesstaude?
Bekämpfen lässt sich die Herkulesstaude, wenn ihre Wurzeln im Frühjahr mit einem scharfen Spaten zehn bis 15 Zentimeter unter der Erde abgestochen werden. Den Pflanzen, die es bis zur Blüte schaffen, sollten bis Mitte Juli alle Dolden entfernt werden, damit keine weiteren Samen ausgeworfen werden. Gelangen die Samen in die Erde, kann schon im Herbst die nächste Generation ans Licht treten. Eine einzige Pflanze bringt bis zu 50 000 Samen hervor. Diese sind übrigens über Jahre keimfähig.


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