Leitstelle: Es muss fast immer schnell, sehr schnell gehen

Mitarbeiter vollbringen täglich logistische Meisterleistung – Zahlen belegen das eindrucksvoll.

Andreas Rüping nimmt seit mehr als 14 Jahren Notrufe in der Leitstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises an und entscheidet, welche Einsatzkräfte er auf den Weg schickt. 288 798 Anrufe wurden 2018 gezählt, gut 72 500 Anrufe liefen über die 112er Nummer auf.

„Feuerwehr und Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wie kann ich Ihnen helfen?“ – Wenn diese Frage gestellt ist, muss es fast immer schnell, sehr schnell gehen.
Für den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung zählt jede Sekunde. Weil es brennt, weil ein Mensch in einer gesundheitlichen Notlage ist oder weil ein Verkehrsunfall zu melden ist, hat er die Notrufnummer 112 gewählt. Mit gezielten Fragen gilt es für die 29 Disponenten der Leitstelle so zeitnah wie möglich herauszufinden, welche Hilfe sie auf den Weg schicken müssen. Unterstützt werden Sie von sechs Mitarbeitern des Lagedienstes, die zu jeder Zeit die gesamte Einsatzlage im Blick haben. Der Lagedienst verfügt über eine Ausbildung des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes. „Diese Koordination von Informationen, Helfern und Rettungsmaterial ist tagtäglich eine logistische Meisterleistung, die gelingt, gelingen muss“, macht Markus Goebel, Leiter der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus deutlich. Aus der siebten Etage werden sämtliche Einsätze im Feuer- und Katastrophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransport im Ennepe-Ruhr-Kreis koordiniert.
Eine Mammutaufgabe, wie Zahlen aus 2018 eindrucksvoll belegen. Insgesamt bearbeiteten die Disponenten – alles gelernte Feuerwehrleute und Rettungsassistenten – 288 798 Anrufe. Gut 72 500 Anrufe kamen über die 112 an. Pro Tag galt es also, durchschnittlich 199 Notrufe zu verarbeiten. „Natürlich“, sagt Markus Goebel, „mit erheblichen Schwankungen. Tagsüber ist mehr los als nachts und bei besonderen Wetterlagen schnellen die Anrufzahlen nach oben.“ Die Anrufe waren Anlass, 31 645 Mal den Rettungsdienst auf den Weg zu schicken, 19 529 Krankentransporte und 1 610 Brandeinsätze zu veranlassen sowie 540 automatische Brandmeldealarme zu bearbeiten.


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