Kita-Plätze: Der Mangel an Betreuungsplätzen wird immer größer

In Sprockhövel gibt es rund 750 Kita-Plätze in 15 Einrichtungen. Das ist zu wenig. Während in den Großstädten hunderte von Plätzen in den Einrichtungen fehlen, geht die Stadt Sprockhövel hier von einem Minus von mindestens 50 Plätzen aus. Das muss sich ändern.

Es fehlen Kindergartenplätze in Sprockhövel. Auf diesen knappen Satz lassen sich die Daten und Zahlen aus dem Kindergartenbedarfsplan für das Kindergartenjahr 2020/21 reduzieren. Um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- bis sechsjährige Kinder zu gewährleisten und auch die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen zu regeln, müssen neue Plätze entstehen. Dafür soll gebaut werden.

Der Ausschuss für Jugendhilfe und Schule hat sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt. Eine neue mindestens dreigruppige Kindertageseinrichtung im Wohnbereich Haßlinghausen soll zumindest ein Teil des Problems lösen. Die Trägerschaft dieser neuen Kita soll von einem Freien Träger übernommen werden, der zuvor in einem Interessenbekundungsverfahren gesucht wird.
Für den erforderlichen Mehrbedarf an Betriebskostenzuschüssen für voraussichtlich 62 neue Kita-Plätze bei einer dreigruppigen Einrichtung sind im städtischen Haushalt ein Nettobetrag von 235.000 Euro jährlich einzuplanen. Für das Startjahr 2020 ab dem 1. August geht es noch um knapp 100.000 Euro.
Haßlinghausen ist aber nicht der einzige Wohnbereich, der zusätzliche Plätze für die jüngsten Bürger Sprockhövels ausweisen muss. Auch in Niedersprockhövel drückt der Schuh - zusätzliche Neubaugebiete und der gewünschte Zuzug junger Familien lassen auch hier die Bedarfe steigen. Deshalb soll die Kita St. Januarius vergrößert werden. Der katholische Kita-Zweckverband Essen als Träger der Sprockhöveler Kita will auf kirchlichem Grundstück bauen. Eine neue dreigruppige Einrichtung soll entstehen. Damit verbunden wären 34 neue Kita-Plätze. Für den erforderlichen Mehrbedarf an Betriebskostenzuschüssen für diese Plätze wird im städtischen Haushalt mit einem Nettobetrag von 133.000 Euro jährlich gerechnet. Für das im August dieses Jahres begonnene Kita-Jahr wurde die Aufnahmekapazität um drei Plätze von 27 auf 30 erweitert.
Neues gibt es auch bei den Einrichtungen der Elterninitiative „KAZ e.V.“ in Niedersprockhövel. Bisher gibt es Standorte an der Bahnhofstraße und eine reine U3-Kita an der Gutenbergstraße. Beide Standorte sollen aufgegeben werden und stattdessen eine neue viergruppige Kindertageseinrichtung entstehen. Dadurch würden nochmals 30 neue Kita-Plätze zur Verfügung stehen. Hier wäre für den erforderlichen Mehrbedarf an Betriebskostenzuschüssen pro Jahr mit 120.000 Euro jährlich zu rechnen. Allerdings: Ein Neubau des Aldi-Gebäudes in der Bahnhofstraße und somit auch der Kita wird voraussichtlich nicht vor Sommer 2021 fertiggestellt sein, sodass die benötigten Finanzen auch erst in 2021 einzuplanen sind.
Schließlich trägt sich auch die Elterninitiative „Kita Bullerbü“ mit Umbaumaßnahmen, um die derzeitig fünfzig Kita-Plätze dauerhaft zu erhalten. Die Politik unterstützt das Vorhaben, verweist aber auf die Notwendigkeit eines Zuschussantrags an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Dann könnte auch ein Zuschussantrag an die Stadt Sprockhövel gestellt werden - die Rede ist von 140.000 Euro als einmaliger Investitionskostenzuschuss für Umbaumaßnahmen. Eigenmittel des Trägers werden aber ebenfalls erwartet.
In Summe sind es rund eine halbe Million Euro, die den Mehrbedarf an Betriebskostenzuschüssen ausmachen. Neubaugebiete wie Riepelsiepen, Beisenbruch und Eickerstraße machen aber in der Perspektive deutlich: es werden immer mehr Betreuungsplätze benötigt. Die Stadt geht schon heute von mindestens fünfzig zusätzlichen Ü3-Plätzen aus.
Stark nachgefragt ist auch der Betreuungsbedarf von unter Dreijährigen. Die Politik ist am Zug.   


Bilder