Hilfe, mein Kind will ein Haustier

Irgendwann werden alle Eltern mit dem Thema konfrontiert: Der Nachwuchs wünscht sich ein Haustier. Doch welches Tier soll es werden und wie bringt man das Kind dazu, sich auch dauerhaft um den putzigen Familienzuwachs zu kümmern?

Der sehnliche Wunsch eines Kindes nach einem eigenen Haustier rührt meistens aus der Sehnsucht nach einem treuen Freund, der mit einem durch dick und dünn geht. Denn ein tierischer Freund ist einfach da, stellt keine Fragen, hört zu und ist im besten Fall auch noch verschmust. Das bedeutet: Viele Kinder bauen eine sehr enge Beziehung zu ihrem Haustier auf und lernen dabei, Rücksicht auf andere zu nehmen. Je früher Kinder mit verschiedenen Tieren und ihren Bedürfnissen vertraut gemacht werden, desto leichter lernen sie Respekt, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein.
Wichtig ist, dass das Haustier artgerecht gehalten wird und das ist auch eines der ersten Dinge, die der Nachwuchs lernen muss. Tiere, auch Haustiere, sind in erster Linie immer Lebewesen und danach erst Spielkamerad! Und wenn sie mal nicht spielen wollen, dann ist das völlig in Ordnung!
Eines müssen Eltern aber wissen: Die Hauptlast der Versorgung des Tieres liegt in der Regel bei ihnen selbst. Denn beim Nachwuchs lässt oft die Begeisterung für den Familienzuwachs nach und andere Interessen gewinnen die Oberhand. Dennoch müssen Regeln aufgestellt werden, wer wann sich mit welchen Aufgaben um das Tier kümmert.
Hier ein paar Vor- und Nachteile, welches Tier es denn werden soll:
Die Katze
Als Haustiere sind Katzen sehr pflegeleicht, denn sie beschäftigen sich stundenlang alleine und müssen nicht Gassi geführt werden. Auch Kinder sind von Katzen meistens begeistert, denn mit ihrem weichen Fell und dem Schnurren erfüllen sie den von den Kleinen häufig gewünschten Schmusefaktor. Sie können allein gehalten werden, ist für Hauskatzen aber oft langweilig. Für Freigänger hingegen kein Problem. Nachteil: Katzen sind eigenständig und manchmal auch eigensinnig. Wenn sie nicht spielen wollen, dann wollen sie einfach nicht. Kosten: monatlich etwa 30 Euro (Futter) und 20 Euro (Tierarztkostenrücklage). Versichert sind Katzen in der Familienhaftpflichtversicherung. Stubentiger werden übrigens leicht zwanzig Jahre alt!
Der Hund
Der Hund kann ein idealer Partner für das Kind sein - aber es kommt auf die Rasse an. Sie haben immer Zeit zum Spielen und sind ein idealer Tröster – aber sie brauchen viel Zeit und Zuwendung. Im Welpenalter müssen sie genauso viel lernen wie das Kind – Thema Welpenschule. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf ca. 50 Euro (Futter), 20-30 Euro (Tierarztkostenrücklage für Impfungen etc.) und 5-10 Euro Versicherung. Dazu kommen Kosten für Körbchen, Napf, Leinen und natürlich die Ausbildungskosten (Grundkurs in der Hundeschule ca. 150-200 Euro).
Die Vögel
Ganz oft sind hier Wellensittiche der Renner – auf Exoten wie etwa Papageien und Co. wollen wir hier verzichten. Sie sind keine Kuscheltiere, können nicht allein gehalten werden und ihr Singen kann sich hübsch anhören, sich aber auch bis zu einem Kreischen dauerhaft steigern. Für die Haltung ist ein ausreichend großer Käfig notwendig und auch die Freiflugzeit sollte nicht unterschätzt werden. Auch wenn der Vogel klein und süß anzuschauen ist, ausreichend Bewegung braucht er dennoch. Übrigens: Sittiche können gut 10-15 Jahre alt werden. Wenn der Nachwuchs also aus dem Haus ist, können die Eltern durchaus immer noch einen Vogel haben.
Die Fische
Fische gelten als die pflegeleichtesten „Haustiere“ schlechthin und zum Teil stimmt das auch. Niemand muss sich mit ihnen beschäftigen und sie bespaßen, sie brauchen regelmäßig Futter und sauberes Wasser, das über einen Automat bzw. Filter geschaffen wird. Fische sollen eine beruhigende Wirkung haben. Trotzdem benötigt auch die Haltung von Fischen eine gewisse Kenntnis, damit es kein Massensterben im Aquarium gibt. Und so ein richtiger Freund des Kindes wird der Fisch in der Regel eher nicht. Die Anschaffungskosten liegen je nach Größe des Aquariums, Pflanzen- und Fischbesatz bei 100 Euro aufwärts.
Hamster, Meerschwein, Kaninchen
Diese Kuscheltiere sind auch gern gesehene Freunde der Kinder. Niedlich und unkompliziert. Aber: Hamster werden nur zwei bis drei Jahre alt und sind nachtaktiv. Für Kinder nicht wirklich praktisch. Aber sie sind mit monatlich zehn Euro Kosten ziemlich preiswert. Meerschweinchen und Kaninchen können eines überhaupt nicht vertragen: Hochheben und Rumtragen! Genau das machen Kinder aber gerne, weil sie so natürlich kuscheln können. Die Tiere können hingegen ihre Abwehr selten äußern – sie haben ein geringes Schmerzempfinden. Wenn man sich trotzdem für diese Tiere entscheidet, sollten sie genügend Platz haben und ihr Stall muss regelmäßig sauber gemacht werden. Ansonsten sind die Tiere pflegeleicht.
Ein wichtiger Punkt, der oft vergessen wird, sind Allergien. Wenn sich die Familie also tatsächlich für eine Tierart entschieden hat und sicher ist, dass sie alle Ansprüche an eine artgerechte Haltung meistern, sollte vor einer Anschaffung auf jeden Fall ein Allergietest aller Familienmitglieder stehen. Nicht nur Katzen- und Hundehaare können allergische Reaktionen hervorrufen, sondern z. B. auch der Gefiederstaub von Vögeln oder die Einstreu von Kleintieren wie Kaninchen.


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