Hattinger Elternreihe: Gesunde Ernährung von Anfang an

Die Beiträge zu den Vorträgen lesen Sie regelmäßig in den Hattinger IMAGE-Ausgaben.

Mit diesem Foto werden die Termine vom Elterntreff angekündigt.

Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, sind wesentliche Bausteine einer gesunden kindlichen Entwicklung. Die Diplom-Oecotrophologin und Koordinatorin des kreiseigenen Kita-Präventionsprogramms BaukastEN, Fachbereich Soziales und Gesundheit EN-Kreis, Andrea Zacher, stellt beim Elternabend einige grundsätzliche Überlegungen zum Thema „Wie Kinder gesund essen lernen“ zusammen in einem Vortrag in der Elternreihe „Hattingen hat interessierte Eltern“ vom Bündnis für Familie in Kooperation mit der Stadt Hattingen.
Die gesunde Ernährung bildet eine wichtige Grundlage für das kindliche Bewegungsverhalten: Indem sie alle wichtigen Nährstoffe bereitstellt, liefert sie dem Kind die nötige Energie, die es für Spiel und Bewegung braucht. Eine zu hohe Nahrungsaufnahme führt auf Dauer zu Gewichtszunahme und zu Übergewicht, die Kinder bewegen sich oft weniger und das Stressempfinden nimmt zu. Eine schlechte Nährstoffversorgung begünstigt die Stressanfälligkeit des Kindes. Das Baukast­EN-Programm des EN-Kreises beinhalt sechs Module: Ernährung, Bewegung, Zahngesundheit, Sicherheit, Hygiene und seelische Gesundheit. Andrea Zacher, die zugleich auch im Projekt „Kita mit Biss“ zum Thema Zahngesundheit unterwegs ist, kennt die wichtigen Grundlagen für die kindliche Ernährung. „Kinder sind in der Regel neugierig, wollen Neues kennen lernen und ausprobieren. Das gilt auch beim Essen. Vielfältige Gerüche, Farben, Konsistenzen und Geschmäcker wecken die Neugier und verleiten zum Entdecken. Kinder sollten daher so früh und so oft wie möglich die leckere Vielfalt von gesunden Lebensmitteln ausprobieren können. Dabei sollen die kindlichen Ernährungsgewohnheiten positiv geprägt sein. Im Alter von etwa einem Jahr sollte mit der Umstellung von der Säuglingsernährung auf Familienkost – also normale Kost –begonnen werden. Wenn die Familienernährung ausgewogen und abwechslungsreich ist, kann sie – in altersgerechten Mengen und Zubereitungen – den Bedarf des Kleinkindes decken. Kalorienzählen oder aufwändige Rezepte sind hierfür nicht nötig. Auch auf spezielle Fertigprodukte, Beikostprodukte oder sogenannte Kinderlebensmittel kann verzichtet werden.“
Einige einfache Grundregeln sind zu beachten:
Viel trinken, Wasser oder andere ungesüßte Getränke.
Viele pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Obst, Gemüse, Kartoffeln.
Nur in Maßen tierische Lebensmittel wie Wurst oder Fleisch, aber auch Milchprodukte.
Salz, Zucker oder Fett sparsam verwenden. Dazu gehören auch Snacks und Süßigkeiten.
Neben dem „Was“ geht es Andrea Zacher aber auch um das Wann und Wie beim Essen. „Mahlzeiten sollten immer mit essensfreien Pausen abwechseln. Während dieser Essenspausen sollte es auch keine Snacks geben. Auch wenn nicht alle Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden können, sollten Sie Ihrem Kind so oft wie möglich Gelegenheit geben, gemeinsam mit Ihnen zu essen. Mindestens einmal am Tag sollte die Familie zusammen essen. Wenn Kinder mit am Familientisch essen, wollen viele von ihnen schon bald die Speisen der Erwachsenen probieren. Sie sind für Ihre Kinder ein Vorbild. Ihre Kinder schauen, was Sie essen. Unbekannte Lebensmittel sind ein wunderbares Betätigungsfeld für Kinder wie auch für die Eltern. Und Sie dürfen den Kindern ein Probieren anbieten. Allerdings nicht als Zwang und wenn es nicht schmeckt, dann darf man es auch ausspucken.“
Frühstück und Abendessen der Kinder bilden in der Regel die beiden kalten Hauptmahlzeiten. Die warme Mahlzeit wird in der Regel mittags gereicht, kann aber auch im Hinblick auf Gewohnheiten in der Familie in die Abendstunden verlegt werden. Doch wie geht man mit dem Thema Süßigkeiten um? „Die Vorliebe für süß ist angeboren, schließlich ist bereits die Muttermilch die erste süße Erfahrung. Dagegen lehnen Kinder bittere Lebensmittel meist ab. Auch dies ist genetisch bedingt. Giftige Pflanzen schmecken oft bitter, und dies weist auf eine Gefahr hin. Hinter dem Satz ,Ich mag das nicht‘ steckt aber auch oft der Hinweis des Kindes, etwas noch nicht gut genug zu kennen. Kinder benutzen gerne ihre Sinne beim Essen, sie erproben ihren Tastsinn. Auch das Hören spielt eine Rolle: Viele Kinder essen lieber rohes Gemüse als gekochtes, weil es schön knackt. Kinder lieben Farben. Teller mit farblich verschiedenen Gerichten oder ein buntes Getränk, zum Beispiel Mineralwasser mit einem Schuss rotem Traubensaft, können durchaus zum genussvollen Essen und Trinken verlocken. Allerdings sollte man nicht bei jeder Mahlzeit ein buntes Potpourri von ausgestochenen Figuren anbieten“, lacht Andrea Zacher.
Süßes, so die Expertin, sei natürlich nicht verboten. Aber es komme auf das richtige Zuckermanagement an. Der zuckerfreie Vormittag sei wünschenswert. „Auf Fruchtjoghurt und süße Getränke kann man gut zugunsten des Stückchens Schokolade am Nachmittag verzichten. Sonst wird es zu viel.“
Kontakt: Die Diplom-Oecotro­phologin und Koordinatorin des kreiseigenen Kita-Präventionsprogramm BaukastEN, Fachbereich Soziales und Gesundheit EN-Kreis, Andrea Zacher, ist Ansprechpartnerin für den Kita-Bereich: Telefon 02336/932434; E-Mail a.zacher@en-kreis.de.
Eltern finden viele Hinweise und Tipps direkt in der Kita oder in der Erziehungsberatung im Bündnis für Familie.


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