Gepflegte Friedhöfe und Grabstätten – Orte liebevollen Gedenkens

Sorgfältig gepflegte Friedhöfe und Grabstätten sind Ausdruck der Wertschätzung für Verstorbene und ein Zeichen liebevollen Gedenkens. Friedhofsgärtner und Steinmetze unterstützen Angehörige rund um die Grabpflege und -neugestaltung und übernehmen die Unterhaltspflege von Friedhöfen.

Auf kreativ gestalteten Urnengräbern, Einzel- und Doppelgräbern hatten Friedhofsgärtner und Steinmetze aus ganz Deutschland auf der vorigen Bundesgartenschau die neuesten Entwicklungen in der Grabgestaltung gezeigt – in traditionellen, eckigen und fließenden Formen. Im Mittelpunkt standen Anregungen für eine individuelle Gestaltung der letzten Ruhestätte. Wie sehen also die Trends aus?
Die Formgebung ist in den vergangenen Jahren deutlich individueller geworden. Dies betrifft besonders Grabmale, die das Leben und die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln. „Nicht selten entstehen Grabsteine heute in enger Zusammenarbeit zwischen dem Steinmetz und dem Kunden“, erzählt Sybille Trawinski. Die Geschäftsführerin des „Bundesverbandes Deutscher Steinmetze“ ergänzt, dass immer mehr nach regionalen Natursteinen aus Deutschland und ­Europa gefragt wird. „Das hat sicherlich etwas damit zu tun, dass die Menschen auch bewusster leben und Produkte dementsprechend auswählen“, vermutet sie.


Der Grabstein als Ausdruck der Persönlichkeit
Bei der Gestaltung nimmt Sybille Trawinski seit einiger Zeit einen deutlichen Rückgang von christlichen Zeichen, Motiven und Worten wahr. Die Formen sind vielmehr modern und haben einen weltlichen Symbolcharakter. „Auf der BUGA in Havelberg sieht man beispielsweise eine Stele mit dem großen Totenschädel obendrauf – ganz offensichtlich ein Grab für einen Rocker, wie die Inschrift ,Papa was a rolling stone‘ nahelegt.“
Oder ein Grabstein, der dreidimensional eine riesige Uhr darstellt; er ist für einen Uhrmachermeister bestimmt. Die Zeiger stehen symbolisch auf fünf nach zwölf... Oder das aus Holz gearbeitete überdimensionierte Schneckenhaus, das ein Doppelgrab ziert. Ein Zeichen für die Entschleunigung in unserem Leben und die Ruhe im Tod. Diesen Individualisierungstrend bestätigt die Vorsitzende des „Bundes deutscher Friedhofsgärtner“ (BdF) im „Zentralverband Gartenbau“, Birgit Ehlers-Ascherfeld: „Die Menschen, die sich für ein Grab auf dem Friedhof entscheiden, stellen sehr hohe Ansprüche an die Grabgestaltung und ­sagen uns Friedhofsgärtnern sehr genau, was sie möchten. Sie haben klare Vorstellungen, wie etwas umgesetzt werden soll. Dabei spielen auch modische Aspekte eine Rolle.“ Denn auch bei der Grabbepflanzung gebe es bestimmte Trendfarben. So seien momentan Gelb- und Lilatöne häufig auf dem Friedhof zu finden. Es kommen also auch persönliche Vorlieben zum Tragen – sei es des Verstorbenen oder der Hinterbliebenen.


Qualität darf ihren Preis haben
„So individuell, wie die Menschen heute leben, so individuell soll auch die Erinnerung im Tod sein“, bestätigt Sybille Trawinski und weist auf einen überraschenden Trend hin, der im Gegensatz zur anonymen Bestattung steht. Diese sei in vielen Regionen sogar wieder rückläufig: „Wollte man früher auf dem Friedhof dem ‚Nachbarn‘ nicht nachstehen und musste das Grab mindestens genauso aussehen, will man sich heute abgrenzen. Das Grabmal spielt dabei eine zentrale Rolle, auch in sogenannten ‚Gemeinschaftsgrabanlagen‘, wie etwa den ‚Memoriam-Gärten‘, Ruhegärten oder Themengrabanlagen, die von Steinmetzen und Friedhofsgärtner gemeinsam immer öfter angeboten werden.“ Hier gebe es Erfahrungen, dass zwar gleiche Grabmale zu einem günstigeren Preis angeboten werden, die Menschen aber letztendlich doch die individuelle Variante bei den Grabmalen wählen. „Dass die Menschen heute kein Geld mehr für ein Grab ausgeben, stimmt also nicht ganz“, sagt Sybille Trawinski. „Wir stellen fest, dass Geld nicht die zentrale Frage ist, sondern Produkt und Angebot. Wenn beides überzeugt, wählen Kunden durchaus anspruchsvoll gestaltete Grabmale.“ Die Voraussetzung: Grabgestaltung und der Gesamteindruck des Friedhofs entsprechen diesem Qualitätsanspruch.


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