„Füllbar“ kommt ohne aus

Verpackungen: erste Wege zur Vermeidung.

Einer der ersten „Unverpacktläden“ hat in Witten seine Pforten geöffnet. In der Steinstraße 15 werden die Produkte aus dem Sortiment von Nudeln, Kaffee, Knabbereien bis zu Hygieneartikeln und Waschmitteln in mitgebrachte Behälter gefüllt.

Lange vorbei die Zeiten, in denen Obst und Gemüse beim Lebensmittelhändler um die Ecke unverpackt in den Regalen lag und die Milch noch mit der Kanne beim Milchhändler geholt wurde. Heute wird dem Konsumenten das meiste von „A“ wie Apfel über „M“ wie Milch bis „Z“ wie Zitrone, sauber in Folie oder Tetrapack gefüllt, bis zum Discounter geliefert. Gar nicht so einfach, unverpackte Lebensmittel in seinen Korb zu legen.
Die Plastikverpackung hat nach dem Auspacken seine Schuldigkeit getan und wandert bestenfalls in den Gelben Sack, wird in einer Müllverbrennung entsorgt oder findet sich schlechtestenfalls in der Dritten Welt oder den Meeren wieder. Jedoch wächst das Bewusstsein der Bevölkerung für die Verschmutzung der Welt durch Plastikmüll, und Erzeuger, Handel und Politik bewegen sich: Seit zwei Jahren soll die Einwegtüte aus Plastik verschwinden.
„Der Grüne Punkt“ ist ein Konzept, mit dem Wertstoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten werden sollen. Immer auf der Suche nach Verbraucherwünschen und daraus resultierenden Geschäftsideen, ändern auch die großen Discounter ihre Strategie. Branchenführer Aldi will bei seinen Eigenmarken bis 2025 bis zu 30 Prozent des Verpackungsmaterials einsparen. Drei Jahre zuvor sollen alle entsprechenden Verpackungen wiederverwertet werden können, zudem Obst und Gemüse deutlich weniger in Frischhaltefolie eingepackt werden.
Lidl und Rewe möchten nach 2019 weder Plastik-Trinkhalme noch Plastik-Besteck verkaufen, das gerne in Parks in den Mülleimern oder auch daneben landet; Edeka denkt über Mehrwegdosen für Wurst- und Käsetheken nach. Zudem sind die EU-Staaten aufgefordert, bis 2025 dafür zu sorgen, dass Einweg-Plastikflaschen wiederverwertet werden können, ferner Coffee-to-go-Becher und Styroporschalen der Fast-Food-Lokale.
Witten kann immerhin darauf verweisen, dass hier einer der ersten „Unverpacktläden“ seine Pforten geöffnet hat. In der Steinstraße 15 werden „im Hinterhof“ die angebotenen Produkte aus dem reichhaltigen Sortiment von Nudeln, Kaffee, Knabbereien bis zu Hygieneartikeln und Waschmitteln gerne in mitgebrachte Gläser, Flaschen, Tupperdosen oder Baumwollbeutel gefüllt. Behälter werden bei einem Spontanbesuch auch verliehen oder verkauft.


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