Frischluftschneise „Vöckenberg“ versorgt den Ortsteil

Auch Sozialdemokraten und Piratenpartei sind gegen den Plan des Regionalverbandes.

Die „Piraten“ Roland Löpke (v.l.) und Stefan Borggraefe haben schon 2015 das mögliche Gewerbegebiet besucht. Das Thema beschäftigt schon seit Jahren die Gemüter.

Da waren’s drei: Nach Stockumer CDU haben sich nun auch die Sozialdemokraten vor Ort und die Wittener Pirartenpartei gegen den Plan des „Regionalverbandes Ruhr“ ausgesprochen, am Vöckenberg ein Gewerbegebiet einzurichten.
Es begann mit dem Engagement von Stockumer Bürgern gegen das Vorhaben, aus dem Grünzug am Vöckenberg ein Gewerbegebiet zu machen. Erster Protest wurde mit einer Unterschriftenaktion laut. Die Gruppe der Unterstützer wuchs schnell an, mittlerweile hat sich ein Verein gegründet, der sich „Stockum wehrt sich e. V.“ nennt.
Alle Ämter konnten besetzt werden, denn es trafen sich zur Gründungsversammlung in der Sportlerklause vierzehn Wittener, also doppelt so viele, wie für eine Vereinsgründung nötig sind.
Der größte Teil der Vereinsmitglieder wohnt gar nicht in Vöckenberg, die ersten Vereinsmitglieder kommen aus Annen und Stockum. Den Vorsitz übernahm Tina Gambalat, ihr Stellvertreter wurde Michael Willmann, Schatzmeisterin ist Meike Herbers geworden. Alle wurden einstimmig gewählt.
Schwerpunkt des Protestes ist die Umwandlung eines 20 Hektar großen Grüngebietes, der ein wertvoller Acker sei, ferner eine Frischluftschneise, die unter anderem den Ortsteil Stockum versorge.
Es folgte in der Reihe der Unterstützer die Wittener Piratenpartei. Im Wesentlichen haben sie sich den Argumenten des Bürgervereins angeschlossen. In ihrer Pressemeldung heißt es unter anderem: „Bereits seit 2014 haben sich die Wittener Piraten für den Erhalt der Freiflächen in Stockum und an der Kleinherbeder Straße eingesetzt. Daran hat sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil zeigen die aktuellen eindringlichen Warnungen vom Weltklimagipfel in Bonn, dass diese Positionierung wichtig und richtig ist. In der Lokalpresse war zu lesen, dass der Regionalverband die Fläche für geeignet halte. Dies ist nach Ansicht der Piratenfraktion eine irreführende Vereinfachung.“
Nun hat sich auch die Stockumer SPD für den Erhalt des Grünzuges ausgesprochen. Der Vorstand des Ortsvereins möchte über die Fraktion einen Antrag in den Rat einbringen. In dem Entwurf heißt es zu Anfang: „Der Rat der Stadt Witten wendet sich nicht grundsätzlich gegen die Ausweisung regionaler Kooperationsstandorte im künftigen Regionalplan des Regionalverbandes Ruhr. Die Nutzung des vorgeschlagenen Raums ,Pferdebachstraße‘ als Gewerbeflächenstandort ist aus Sicht des Rates der Stadt Witten allerdings ungeeignet und wird daher abgelehnt. Die Inanspruchnahme der Fläche bedingt einen Eingriff, der zu einer Bodenversiegelung führt; den regionalen Grünzug zerstört; die wichtige luftklimatische Funktion der Fläche vernichtet; die Erholungsfunktion der Fläche beeinträchtigt; hochwertige landwirtschaftliche Flächen vernichtet und dadurch Betriebe gefährdet; eine sachgerechte Siedlungsentwicklung verhindert.“


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