Faszination Feuerwehr: Rote Riesen im Miniformat erleben

Kinderfeuerwehr „Löschknöpfe“ in Sprockhövel startete 2015 - und hat immer eine Warteliste.

Katrin Nelskamp und Kai Stasny gehören mit rund 15 weiteren Personen zum Betreuerteam der Kinderfeuerwehr „Löschknöpfe“. Zum Starterset des Landesverbandes gehörten auch kleine Unimogs, für die Kinder natürlich ein Highlight .

Tatütata, die Feuerwehr ist da... zumindest die Jungs haben alle irgendwann einmal den Wunsch im Leben, Feuerwehrmann zu werden. In Sprockhövel können sie (die Mädels natürlich auch!) im Alter von sechs Jahren zur Kinderfeuerwehr gehen. Die Zwiebelturmstadt gehört seit 2015 zu den Kommunen im Land, die den Nachwuchs spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr heranführen. Nach der Kinderfeuerwehr kommt der Jugendbereich und danach der aktive Dienst. Wenn man dann immer noch will.

Die Nachfrage zur Kinderfeuerwehr ist groß. „Als wir 2015 begonnen haben, gab es durch Mund-zu-Mund-Propaganda und einen Aufruf in der örtlichen Presse einen Infoabend, an dem sechzig Familien teilgenommen haben. Wir haben aber nur dreißig Plätze und so musste schon damals das Los entscheiden. Im Ennepe-Ruhr-Kreis hatte zu diesem Zeitpunkt nur Gevelsberg eine Kinderfeuerwehr. Mittlerweile ist seit letztem Jahr Wetter dazugekommen. In diesen drei Jahren haben wir immer eine Warteliste mit mindestens zwanzig Personen“, berichtet Karin Neskamp. „Es ist auch so, dass wir aufgrund eines politischen Beschlusses nur Sprockhöveler Kinder aufnehmen. Immerhin gehört es zur Zielsetzung, die Kinder aus der Kinderfeuerwehr zu motivieren, später in die eigene Jugendfeuerwehr zu wechseln und danach ab 18 Jahre zum aktiven Dienst unserer Freiwilligen Feuerwehr zu kommen. Viele Bürger Sprockhövels wissen nicht, dass wir eine Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung haben. Denn eigentlich muss eine Stadt mit der Größenordnung von Sprockhövel eine hauptamliche Wache haben. Doch weil wir alle Voraussetzungen erfüllen, bekommen wir zeitlich analog zum Brandschutzbedarfsplan bis jetzt immer eine Ausnahmegenehmigung, die alle fünf Jahre erneuert werden muss“, ergänzt Kai Stasny.
So fangen schon die ganz Kleinen an, sich in Gemeinschaft und Teamfähigkeit zu üben - ein Muss für jeden Feuerwehrmann/frau. Erste Hilfe gehört dazu und natürlich auch einen Notruf absetzen zu können. Es gibt sogar ein Leistungsabzeichen, die „Kinderflamme“, die in der Kinderfeuerwehr erworben werden kann. Und ein eigenes Logo mit Namen, die „Löschknöpfe“, haben die Kinder auch. Im Moment sind es sechs Mädchen und 24 Jungen, die mitmachen. Man trifft sich außerhalb der Ferienzeit an zwei Samstagen im Monat - die anderen beiden Samstage sind für die Jugendfeuerwehr reserviert. Wer also einmal dabei ist und Spaß an den roten Riesen und den damit verbundenen Aufgaben hat, findet oft eine Gemeinschaft fürs Leben.
Landesweit hat die Kinderfeuerwehr übrigens 1500 Mitglieder - die Feuerwehr insgesamt mit allen Einheiten etwa 158.000 Mitglieder (nach Angaben des Verbandes der Feuerwehren NRW, dem Dachverband aller Feuerwehren des Landes). „Viele Kommunen haben keine Kinderfeuerwehr, sondern starten erst mit der Jugendfeuerwehr durch. Doch wir haben gesehen, dass viele Kinder schon früh in Vereine eingebunden werden - etwa durch den Sport. Um auch kleine Kinder mit unserer Gemeinschaft und unseren Aufgaben bereits vertraut zu machen, haben wir uns damals zur Gründung entschlossen - mit beachtlichem Erfolg.“
Die Unterstützung ist groß. Nicht nur aus der Feuerwehr selbst - immerhin haben sich rund 17 Betreuer gefunden, die sich um die Kinder kümmern. Auch Politik und Verwaltung erkennen das ehrenamtliche Engagement an und manchmal gibt es sogar Sponsoren, die das ein oder andere finanzieren.
Zweimal im Jahr - in der Regel zum Start des neuen Jahres und nach den Sommerferien - werden die Neulinge in die Kinderfeuerwehr aufgenommen und die Warteliste etwas abgearbeitet - nur damit sie gleich wieder aufgefüllt werden kann.
Die Faszination Feuerwehr hat nichts eingebüßt - und die ersten „Löschknöpfe“ wechselten bereits zur Jugendfeuerwehr. Jetzt warten alle gespannt darauf, wann der erste Wechsel von dort in den aktiven Dienst erfolgt - das hat aber noch ein paar Jahre Zeit.


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