Ein sicheres Gefühl: Sturzprophylaxe - das kann man tun

Vor allem ältere Menschen sind unsicher und kommen oft in der eigenen Wohnung zu Fall.

Der überwiegende Teil der Stürze passiert in der eigenen Wohnumgebung, sei es als Sturz auf gleicher Ebene, als Sturz von Treppen oder Stufen oder als Sturz aus der Höhe. Lose liegende Teppiche mit hohen Kanten, quer im Raum verlegte Stromkabel oder eine unzureichende Beleuchtung sowie glatte Oberflächen (besonders im nassen Zustand) und hochstehende Türschwellen gehören zu den Risikofaktoren.
Diese lassen sich in „innere“ (intrinsische) und „äußere“ (extrinsische) Faktoren unterteilen. Zu den intrinsischen Faktoren zählen beispielsweise höheres Alter, zurückliegende Stürze, weibliches Geschlecht, Einnahme von mehr als vier Medikamenten pro Tag, bestimmte Krankheiten (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Inkontinenz und Gelenksabnützungen), kognitive Leistungseinschränkungen, Sehstörungen und Mangelernährung.
Die extrinsischen Faktoren hingegen betreffen die Wohnumgebung, Kleidung, Schuhe und Hilfsmittel von Personen. So können Teppiche, Türschwellen, schlechte Beleuchtung, Schuhe mit hohen Absätzen und falsch eingestellte Gehstöcke oder Rollatoren einen Sturz verursachen beziehungsweise begünstigen.
Studien gehen davon aus, dass bei Personen, die das achtzigste Lebensjahr überschritten haben, vorwiegend die intrinsischen Risikofaktoren sturzauslösend wirken, während bei Personen die jünger als 80 Jahre sind, die extrinsischen Faktoren eine größere Rolle spielen.
Selbstverständlich haben nicht alle Stürze fatale Konsequenzen. Doch in vielen Fällen kommt es zumindest zu Knochenbrüchen. Sie betreffen oft Unterarm, Oberarm, Oberschenkelhals und das Becken. Gerade Hüftfrakturen heilen bei Senioren schlecht, sodass chronische Schmerzen entstehen, die das Gangbild negativ beeinflussen – und die Patienten noch gehemmter machen. Ein Teufelskreis - doch was kann man tun?
Der Sturzprophylaxe kommt dabei eine besondere Aufgabe zu.

Risikoabschätzung
Hier geht es vor allem um Fragen, die sie alle selbst beantworten können. Machen Sie doch mal einen Gang durch die Wohnung und achten Sie auf folgende Dinge: automatische Beleuchtung des Eingangsbereiches; Erreichbarkeit des Lichtschalters (vom Bett aus); lose herumliegende Kabel; trittsichere Böden und Teppiche; Handlauf an der Treppe? Türschwellen, eine Sitzmöglichkeit zum Ausruhen; keine Möbel im Laufweg; Telefon in Griffweite? Notrufsystem im Haus? Haltegriffe im Bad?

Körperkontrolle
Erlaubt es Ihre Gesundheit, sollten Sie auch im Alter ein wenig Sport treiben. Leichte Gymnastik (zum Beispiel mit dem Thera-Band), Radfahren in niedrigen Gängen oder wenigstens längere Spaziergänge unterstützen die Muskeln. Es gibt auch Übungen im Sitzen. Und wenn Sie sich unsicher fühlen, können Hüftprotektoren auch für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Hilfsmittel
Im Sanitätshaus finden Sie eine breite Auswahl an Hilfsmitteln. Neben Rollatoren gibt es beispielsweise Niedrigbetten, Sturz- und Sensomatten. Stürze  betreffen ja nicht nur Menschen, die noch relativ eigenständig gehen können: Auch ein Fallen vom Stuhl, aus dem Rollstuhl oder dem Bett ist ebenso möglich und sollte natürlich möglichst verhindert werden.
Wichtig ist, sich intensiv über die Möglichkeiten zu informieren - damit es erst gar nicht zu einem folgenschweren Sturz kommt.

 


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