Ein Großbrand 1868 führte zur Gründung der Feuerwehr

Serie „Hattingen historisch“ begleitet die Leser und Leserinnen auch in diesem Jahr.

Die Freiwillige Feuerwehr in Hattingen am Gerätehaus, Wilhelmstraße, um 1928.

Blickt man in die Hattinger Geschichte zurück, so gehörte das Thema Feuerwehr in der aufstrebenden Stadt lange Zeit nicht zu den Favoriten. 1665 zerstörte ein Brand am Pfingstmontag Blankenstein. Im August 1868, vor jetzt also fast 150 Jahren, erlebten die Bürger allerdings einen Großbrand mit bemerkenswerten Folgen.

In der Scheune des Brennereibesitzers Weygand war ein Feuer ausgebrochen. Die Bürger versuchten, den Brand zu löschen. Wassermangel erschwerte das Vorhaben und es gelang nicht, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Am Graben entstand ein weiterer Brand und die Löscharbeiten, völlig unkoordiniert, versanken im Chaos.
Der Brand bei Weygand dehnte sich immer weiter aus. Spritzen aus Holthausen, Winz, Linden, Blankenstein und der Henrichshütte trafen ein - vergeblich. Es  fehlten Kenntnisse, wie denn nun der Großbrand am besten zu löschen sei. Nachmittags traf weitere Verstärkung ein und Stunden nach dem Ausbruch konnte das Flammenmeer endlich unter Kontrolle gebracht werden. Die verheerende Bilanz vom 7. August 1868: zehn mehr oder weniger komplett zerstörte Häuser und Werkstätten.
Wenige Wochen später wurde die Freiwillige Feuerwehr Hattingen gegründet. Die Stadt hatte damals rund 5500 Einwohner und von ihnen traten 160 Männer sofort als aktives Mitglied der Feuerwehr bei. Die Freiwillige Feuerwehr konnte ihre Arbeit aufnehmen. Die beiden Weltkriege sorgten im 20. Jahrhundert für einen deutlichen Rückgang der Aktiven, nach dem Zweiten Weltkrieg stand nur noch ein Fahrzeug zur Verfügung. Doch der Wiederaufbau begann. Zum einhundertjährigen Bestehen der Wehr 1968 war dieser weitgehend abgeschlossen. Heute hat die Freiwillige Feuerwehr in Hattingen etwa 230 Mitglieder an acht Standorten sowie eine Jugendfeuerwehr mit sechzig Kindern.


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