Ein erheblicher Sanierungsbedarf an den Dämmen

„Drei Teiche“ verschwinden – Übrig bleibt ein Bachlauf – Hohes Gefährdungspotenzial.

In der warmen Jahreszeit ein Anziehungspunkt für Spaziergänger „Drei Teiche“ einer der idyllischsten Flecken im Wittener Naherholungsgebiet im Buchenholz. Die Anlage ist in die Jahre gekommen, die Stadt hat sich seit Jahren nicht mehr darum gekümmert, nun sind die Sanierungskosten hoch.

Die Stadt verliert einen seiner idyllischsten Flecken: die „Drei Teiche“. Sie verschwinden, übrig bleibt ein Bachlauf. Die Stadt begründet das so: „Die in den 1960er Jahren angelegten Teiche weisen einen erheblichen Sanierungsbedarf an den Dämmen, Stauanlagen und Böschungen auf.“
Weiter ist auf der Informationstafel am Ufer des größten Teiches zu lesen: „Die Brüchigkeit der Dämme stellt ein hohes Gefährdungspotenzial für unterhalb liegende Grundstücke dar. Eine Sanierung der Teichanlage würde einen sehr hohen technischen Aufwand bedeuten. Stattdessen wird der Bereich naturnah umgestaltet, mit dem Ziel, ein Fließgewässer ohne künstlichen Aufstau zu entwickeln. Die Teiche stellen eine erhebliche Schranke für im Bach lebende Tiere dar.“ Gefördert wird die Maßnahme vom Ministerium für „Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz“ das Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Maßnahme bedeute eine Aufwertung für den gesamten Oberlauf von etwa drei Kilometern, und zwar von den Quellbächen im Ardey bis zur Verrohrung am Kohlensiepen.
Der Rückbau der Teichanlage soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Zunächst werden die oberen Teiche zu einem Bach umgebaut: Zwischendämme werden geöffnet, die baufälligen Einbauten entfernt. Der Bach kann sich dann in Anlehnung an seinen historischen Verlauf und unterstützt durch den Einbau von Totholz sein eigenes Bett innerhalb der trockenfallenden Teichflächen ausgestalten. Für die Fortpflanzung der Amphibien wie Grasfrosch, Erdkröte und Molche wird ein Ersatzgewässer entschlammt.
Ab Herbst 2017 erfolgt dann die Umgestaltung des großen Teiches. Die Fische im Teich, die weit überwiegend nur in Stillgewässern leben, werden tierschutzgerecht in andere geeignete Teiche umgesiedelt.
Der Abschlussdamm nebst Ablaufbauwerk wird abgerissen. Auch hier kann sich der Bach eigendynamisch entwickeln. Auf den trocken-fallenden Teichflächen wird sich eine bachtypische Auen-Vegetation (Rohrichte und Auengehölze) ansiedeln. Ein neuer Fußweg zur Querung des Tales wird angelegt, vorhandene Pfade im Gebiet bleiben für die Naherholung erhalten.
Mit der Maßnahme sind erhebliche Bodenbewegungen verbunden, so dass zwischenzeitliche Wegesperrungen und Störungen durch Baumaschinen während der Bauzeit unvermeidbar sind. Sperrungen werden kurzfristig markiert. Der gesamte Bereich bleibt nach der Bauzeit von Wegen aus erfahrbar.

 

KOMMENTAR:

Das klingt gut: Man „renaturiert“ einen Bach. Der war ohnehin im Weg, eine „erhebliche Schranke für im Bach lebende Tiere“. Und was ist mit den zahllosen Fischen in den Teichen? Die müssen dann ins Exil in den Hammerteich? Man könnte die Geschichte auch anders erzählen: Die Stadt hat jahrelang eine erhaltenswerte und reizvolle Teichanlage verkommen lassen. Das ist schlicht ­eine Schlamperei. Nun ist das Kind in den Teich gefallen, die Sanierungskosten wären hoch – aber bezahlbar, denn die Steuereinnahmen der Kommunen sind gut, und Witten hat den Hebesatz für die Grundsteuer in schwindelerregende Höhen getrieben. Aber viel einfacher ist es ja, einen Landesfördertopf anzuzapfen und uns das Ganze noch als ökologische Großtat zu verkaufen

Thomas Strehl


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