Digitales Sehen

Der Blick auf Bildschirme belastet Augen und Körper. Augen-, Nacken- und Rückenprobleme: 70 Prozent der Computernutzer kennen digitalen Sehstress. Vorsorge, Bildschirmbrillen und richtiges Verhalten schützen die Gesundheit.

Die richtige Brille gegen digitalen Sehstress.

Bildschirme und Displays ringsum und rund um die Uhr. Die Digitalisierung hat alle Bereiche des Lebens und alle Altersklassen erreicht. Sie bestimmt Beruf, Bildung und Privatleben. Per Computer, Smartphone und Co. funktioniert vieles schneller, leichter, effizienter und auf einem neuen Spaßlevel. Neben den Annehmlichkeiten stellt der elektronische Fortschritt die Augen und den Körper vor bislang ungewohnte Aufgaben – nicht ohne Gefahren für die Gesundheit.


Digitale Seh-Welten überall
Aufwachen und draufschauen: Routine für rund 40 Prozent der Deutschen. Auch kurz vorm Schlafengehen checken ebenso viele noch App-Nachrichten, E-Mails, SMS und was das Smartphone sonst zu bieten hat. Digitales Sehen fängt in der Kindheit an. Bildschirmblick am Arbeitsplatz, beim Lernen und in der Freizeit. Gut vier von fünf Beschäftigten in Deutschland sind von der Digitalisierung am Arbeitsplatz betroffen, nahezu zwei Drittel sogar in sehr hohem oder hohem Maße. In der Schule gehören Lernen per Computer und damit regelmäßige Bildschirmzeiten im Unterricht oder bei den Hausaufgaben ab der fünften Klasse meistens dazu. Auch in der Freizeit können und wollen viele nicht die Augen von Bildschirmgeräten lassen. Über 18-Jährige sitzen hierzulande im Schnitt drei Stunden der täglichen Freizeit vor Fernseher, Computer und Co., gut jeder fünfte sogar mehr als fünf Stunden.

Dauerhaftes Sehen im Nahbereich macht kurzsichtig
Was sich oftmals infolge einer intensiven Nutzung digitaler Geräte beim Menschen bemerkbar macht, heißt bei Fachleuten Computer Vision Syndrome (CVS), Office Eye Syndrom oder digitaler Sehstress. Mit CVS-Symptomen sollen sich laut Studien bereits 70 Prozent der Computernutzer herumplagen. Der Blick in der digitalisierten Welt richtet sich auf größere und zunehmend kleinere Monitore, und zwar in nahen Distanzen oft stundenlang. Dazu findet die Beschäftigung mit digitalen Geräten meist in Innenräumen statt. So gönnt sich der Mensch weniger entspannte Fernsicht und weniger Tageslicht. Das gefällt den Augen nicht. Sehprobleme sind die Folge. Sie äußern sich unter anderem als brennende, gerötete, tränende oder trockene Augen. Hinzu kommt das Risiko zunehmender Kurzsichtigkeit. In Deutschland sind inzwischen gut zwei Drittel der jungen Menschen von dieser Sehschwäche betroffen – erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Daneben können künstliche Effekte wie 3D, virtuelle und erweiterte Realitäten oder Blaulicht von Bildschirmen und Displays die Augengesundheit gefährden. Das reicht von Anstrengungsbeschwerden bis hin zur schweren Augenerkrankung Makuladegeneration.


Intensive Nutzung digitaler Technik führt zu Fehlhaltungen
Den Bildschirmarbeitsplatz gibt es nicht mehr. Viele Beschäftigte haben es mit einem mehr oder weniger großen Monitor zu tun, andere verbringen den Arbeitstag vor Multiscreen-Anordnungen, und die nächsten arbeiten mit Minidisplays. Es eint sie eines: Sie sitzen die meiste Zeit. Das kollidiert mit den evolutionsbedingten Abläufen im menschlichen Körper. Der mag es nicht regungslos, sondern dynamisch. Denn Bewegung bringt Leben in alle Körperzellen. Bildschirmstarrer kennen das: Nacken, Schultern und Rücken sind verspannt und schmerzen.


Gesund im digitalen Leben – Sehtests, Bildschirmbrillen und mehr
Wer die Gefahren im digitalen Alltag kennt und sie sich bewusst macht, kann selbst etwas für die Gesundheit tun. So endet der Umgang mit digitalen Geräten nicht in dauerhaften Schmerzen. Zu einer guten Sehgesundheit gehört die Vorsorge. Alle Nutzer digitaler Geräte, insbesondere Bildschirmarbeiter, sollten ihr Sehvermögen regelmäßig kontrollieren lassen. Augenoptiker und Optometristen prüfen die Sehleistung, Augenärzte untersuchen zudem die Augengesundheit. Gehört der Blick auf Bildschirme zum Arbeitsalltag, dann ist die Augenuntersuchung in gesetzlichen Arbeitsschutzregelungen festgelegt.


Entspannter mit Bildschirmarbeitsplatzbrillen und anderen Sehhilfen
Angestrengtes Sehen auf Bildschirme und Displays, Müdigkeit, Kopfschmerzen und der Körper in Zwangshaltung – digitalen Sehstress muss man nicht tatenlos hinnehmen. Entspannung bringen Bildschirmbrillen für die tägliche Arbeit am Computer, Brillen mit leichter Nahunterstützung für den digitalen Lifestyle und spezielle Kontaktlinsen. Die Sehhilfen gibt es für alle Altersklassen und für alle Sehanforderungen. 40 Prozent der gelegentlichen Brillenträger beispielsweise nutzen ihre Brille für das Sehen auf Computerbildschirme, ergab eine Allensbach-Studie im Auftrag des Kuratoriums Gutes Sehen. Für die individuelle Anfertigung der Brille sorgt der Augenoptiker. Er passt die speziellen Gläser nicht nur der Sehstärke des Trägers an, sondern berücksichtigt auch die persönlichen Sehbedürfnisse in der digitalen Welt. Wird die Computerbrille für den Job gebraucht, gibt es Zuschuss vom Arbeitgeber. Das ist gesetzlich festgelegt. Voraussetzung: Arbeitsmediziner oder Betriebsmediziner, gegebenenfalls Augenarzt oder Augenoptiker, haben die Notwendigkeit bescheinigt.

 


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