Die Kleinzeche Egbert

Im Februar 2017 stellt Denkmalschützer Florian Schrader (Untere Denkmalbehörde im Planungsamt der Stadt Witten) in der Serie „Denkmal des Monats“ die Kleinzeche Egbert vor.

Kleinzeche Egbert

Etwas abseits gelegen am Waldesrand in Herbede steht ein ganz besonderes Relikt des späten Bergbaus in Witten. Verglichen mit den hochtechnisierten Großzechen jener Zeit musste die Kleinzeche Egbert schon bei ihrem Betriebsbeginn wie ein Museumsstück anmuten. Das  Fördergerüst aus groben Rundhölzern stand auf offenem Feld und der Betrieb über Tage spielte sich  zu weiten Teilen im Freien ab.
Egbert war die letzte Kleinzeche im Ruhrgebiet
Südlich der Ruhr wurde der Steinkohlenbergbau fast ausschließlich durch Kleinzechen betrieben. Vor 1850 war nur diese Betriebsform vorhanden. Nach Einsetzen der Tiefbauzechen hielten sich Kleinzechen nur noch bis 1925, sowie während der Notzeiten (Nachkriegszeit). Zeche Egbert war in Betrieb von 1962-1976 und war damit die letzte dieser Art im Ruhrgebiet. Heute ist die Zeche die einzige original erhaltene Kleinzeche im Ruhrgebiet überhaupt. Obwohl sie erst in den 1960er-70er Jahren betrieben wurde, zeigt sie aufgrund ihrer angewandten Verfahren und Bauform den seit Jahrhunderten üblichen Kleinbergbau im südlichen Ruhrgebiet. Sie war also schon zu ihrer Betriebszeit etwas aus der Zeit gefallen. Die Kleinzechen südlich der Ruhr waren zwei Jahrhunderte lang der Träger der Entwicklungen im Raum Herbede. Durch sie sind die in der ganzen Landschaft weit verbreiteten Streusiedlungen mit kleinen Bergmannshäusern zu erklären.

 


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