Charity-Winemaker-Dinner bringt 9000 Euro für Kinder in Not

Bedacht wurden die Hattinger Vereine KiPa und Kinderschutzbund, das Kinderhospiz Burgholz sowie der 16-jährige Julius. Was mit dem Geld geschieht und wer hinter den Projekten steht, war Thema einer Pressekonferenz beim Ideengeber Camillo Barbone.

v.l. Peter Meichsner, Gerd Fischer (Kinderschutzbund), Anette Metzler (Kinderhospiz Burgholz), die Gastronomen Anna Stanzione und Camillo Barbone, Birgitt Kühn (KiPa), Martin Rösner (Kinderschutzbund) und Thekla Bieder (KiPa).

Kulinarische Köstlichkeiten bei Kerzenschein und Dinnermusik im Restaurant Barbone sorgten auch in diesem Jahr beim Charity-Winemaker-Dinner für Glücksmomente. 9000 Euro können an Kinder in Not übergeben werden. Die Spenden gehen zum einen an den tumorkranken Julius aus Essen, zum anderen an den Verein KiPa Hattingen, an das Kinderhospiz Burgholz in Wuppertal sowie an den Kinderschutzbund Hattingen/Sprockhövel.

„Bei uns geht es nicht um Sterben. Wir sind kein Ort der letzten Lebenswochen, wir sind ein Ort der Entlastungspflege für Familien, die oft über Jahre zu uns kommen. Bis zu 28 Tage pro Jahr werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen und darüber hinaus tritt die Stiftung für entstehende Kosten ein. Die Familien, die zu uns kommen, müssen sich um Geld keine Sorgen machen. Deshalb sind wir auf Spenden und Unterstützung jeder Art angewiesen“, sagt Kerstin Wülfing, die in der stationären Wuppertaler Einrichtung Burgholz arbeitet – übrigens eine von nur vier Kinder- und Jugendhospizen in NRW und für Familien aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Witten die nächstgelegene. Die ökumenische Einrichtung wurde 2015 als Stiftung gegründet und hat eine Auslastung von 93 Prozent. Mit der Hattingerin Anette Metzler hat das Kinderhospiz eine Unterstützerin gefunden, die auf unterschiedliche Art hilft. So stand die Diplom-Pädagogin und Psychoonkologin schon in der Weihnachtszeit in der Sparkassen-Ehrenamtshütte auf dem Hattinger Weihnachtsmarkt zugunsten des Kinderhospiz Burgholz, kümmert sich aber auch um Veranstaltungen und den Freundeskreis der Einrichtung.     
Auf dem Weihnachtsmarkt in Hattingen standen auch schon die Mitarbeiter des Vereines „Kinderpatenschaften für Kinder aus Hattingen (KiPA)“. Thekla Bieder hat ihn vor rund sieben Jahren gegründet. Die bunte Pusteblume ist das Symbol des Vereines – ein Zeichen für die Individualität der Kinder, die sich mit ihren Träumen auf den Weg in die Zukunft machen, die unter günstigen Umständen wahr werden können. Hier hilft der Verein, der Patenschaften vermittelt und Kinder zwischen vier und 15 Jahren betreut. Ihnen Zeit zu schenken und mit ihnen etwas zu unternehmen, ihnen zuzuhören oder sie bei kleinen Dingen zu unterstützen - das ist Ziel des Vereines, der eng mit Eltern und Fachleuten zusammenarbeitet. „Geschenkte Zeit ist etwas Wunderbares“, findet Thekla Bieder, die selbst auch Patenkinder betreut. Ihr Engagement hat Kreise gezogen und bescherte ihr und dem Verein von der WDR Lokalzeit einen „Ehrwin“ – einen Preis für freiwilliges Engagement. Menschen in Ehrenämtern werden geehrt, die als Gewinn für die Gesellschaft empfunden werden (Ehr-win eben).
Auch der Kinderschutzbund Hattingen/Sprockhövel steht seit vielen Jahren für ein „Sich-Kümmern“ um Kinder. Die Ortsgruppe Hattingen/Sprockhövel wurde schon 1976 gegründet. Beratungen, Sozialarbeit an Schulen, das Projekt „Care Baby“ mit einem lebensechten Babysimulator laufen gut beim Verein mit Sitz in der Bismarckstraße. Das Geld aus der aktuellen Spende wird in ein Zirkusprojekt von vier Kita-Einrichtungen in Welper fließen. Die angeschafften Materialien dürfen aber auch an andere Einrichtungen ausgeliehen werden.
Spendengeld erhält auch Julius Wyrwa (16) aus Essen. Der Teenager leidet an der Erbkrankheit Traps mit Fieberschüben, Übelkeit, Erbrechen und ständiger Müdigkeit sowie – zum zweiten Mal in seinem jungen Leben – an Kehlkopfkrebs. Nach Zeiten der Hoffnungslosigkeit konnte der Gymnasiast zunächst wieder zur Schule gehen, lernte Ski und Fahrrad fahren, machte eine Schiedsrichterausbildung – und landete nach einem schweren Rückschlag wieder im Rollstuhl. Jetzt muss er erneut um sein Leben kämpfen und wird wieder in der Uniklinik Münster versorgt. Der gemeinnützige Verein „Familienhaus Münster“ verwaltet die Spenden.
Kindern eine Zukunft zu geben – das ist das Ziel des Charity-Dinner. Für die Gastronomen Anna Stanzione und Camillo Barbone zum dritten Mal ein gelungener Abend für eine gute Sache. Das sieht auch Peter Meichsner so. Der Vorsitzende von TG Rot-Weiß findet: „Mit 72 Gästen war der Abend ausverkauft. Die Spendenprojekte wurden vorgestellt und ich glaube, die Idee, Kindern eine Zukunft zu geben, fand hier eine wunderbare und gelungene Umsetzung.“


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