Bei der Aufnahme von Notfällen geht es immer um Dringlichkeit

In der Interdisziplinären Aufnahme im Evangelischen Krankenhaus Witten versorgt ein Team um Dr. Dirk Martin als erste Anlaufstelle alle ambulanten und stationären Patienten. Sowohl die Notfälle als auch geplante Versorgungen finden hier kompetente Ansprechpartner.

Kümmern sich um die Patienten in der Interdisziplinären Aufnahme/Ambulanz im Evangelischen Krankenhaus Witten: Nunzio Sanfilippo, Pflegerische Leitung Notfallambulanz (links im Bild), Dr. Dirk Martin, Ltd. Abt. Arzt Interdisziplinäre Ambulanz sowie ein Team aus Pflegern und Krankenschwestern.

Die Interdisziplinäre Aufnahme ist die erste Anlaufstelle für alle ambulanten und stationären Patienten im Evangelischen Krankenhaus Witten. Interdisziplinär bedeutet, dass hier Patienten der Fachrichtungen Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Innere Medizin, Geriatrie und Urologie behandelt und versorgt werden. Jeder Patient, der kommt, wird von einem Arzt angeschaut. Er trifft die Entscheidung, wie der Patient weiterbehandelt werden muss und ob möglicherweise eine stationäre Aufnahme erfolgt. Dies gilt für die geplante Aufnahme ebenso wie für den Notfall. IMAGE sprach mit dem Leitenden Arzt der Abteilung Dr. Dirk Martin und dem Pflegerischen Leiter Nunzio Sanfilippo.

IMAGE: Was ist ein Notfall?
MARTIN: Jeder Patient, der über Schmerzen klagt, sich verletzt hat oder dessen Gesundheitszustand sich akut verschlechtert hat, möchte Hilfe haben. In diesem Sinn empfindet sich jeder Patient auch als Notfall, dem möglichst schnell geholfen werden soll. Unsere Aufgabe ist es,  mit unserem Wissen und den Möglichkeiten der Medizin die Patienten umfassend zu versorgen. Die Patienten werden zunächst nach dem „Manchester Triage System“ in vorgegebene Dringlichkeitskategorien eingeteilt, nach denen sich die Wartezeit richtet. Das heißt: Sie werden nicht unbedingt in der Reihenfolge ihres Eintreffens behandelt. Ein verstauchter Finger ist weniger bedrohlich als ein Herzinfarkt. Dafür müssen die wartenden Patienten dann Verständnis aufbringen. Alle Arten von Notfällen werden rund um die Uhr so schnell wie möglich und professionell versorgt. Dabei steht unsere Ambulanz allen Patienten offen, die außerhalb der üblichen Sprechzeiten ärztliche Hilfe benötigen. Diese Patienten können sich an den hausärztlichen Notdienst wenden, aber bei Bedarf auch direkt zur Behandlung ins Evangelische Krankenhaus kommen.
IMAGE: Das heißt, jeder Patient hat in der Aufnahme Arztkontakt? Rund um die Uhr?
MARTIN: Ja, das ist so. Es gibt Verletzungen, die nur auf den ersten Blick schlimm aussehen und es gibt auch das Gegenteil. Wenn ein Patient beispielsweise mit Atemnot zu uns kommt, dann kann sich schnell eine lebensbedrohliche Situation entwickeln und ein Herzinfarkt droht. Es ist von jeder Fachabteilung rund um die Uhr ein Arzt im Dienst. Es kann jederzeit ein Facharzt (Oberarzt oder Chefarzt) hinzugezogen werden, wenn es erforderlich ist. Eine Erstversorgung führen wir immer durch.  

IMAGE: Die Notfälle kommen mit dem Rettungswagen zu Ihnen oder aus eigenem Entschluss? Und was sind geplante Versorgungen?
SANFILIPPO: Die Notfälle kommen mit dem Rettungswagen, manchmal mit Überweisung durch Ihren Hausarzt oder auch in eigener Entscheidung. Eine geplante Versorgung beispielsweise ist der Verbandswechsel oder die Gabe einer Spritze. Wir versuchen in solchen Fällen über unsere Telefonnummer 02302/175-5555 die Patientenversorgung zu koordinieren. Das vermeidet unnötig lange Wartezeiten.

IMAGE: Zu den versorgenden Einrichtungen gehört auch ein Traumazentrum. Was ist das?
MARTIN: Bei Unfällen im Verkehr, bei der Arbeit, in der Freizeit oder zuhause erleiden viele Menschen eine Verletzung, in der Medizin als Trauma bezeichnet. Sind sie lebensbedrohlich, zählt jede Minute. Um eine schnellst- und bestmögliche Versorgung von Unfallopfern mit schwersten Verletzungen sicherzustellen, haben unfallchirurgische Kliniken aus dem Revier das Traumanetzwerk Ruhrgebiet gegründet. Das Evangelische Krankenhaus Witten ist als zertifiziertes lokales Traumazentrum Teil dieses Netzwerkes.

IMAGE: Es gibt aber auch einen Schockraum in der Interdisziplinären Aufnahme?
SANFILIPPO: Ein Schock- oder Reanimationsraum, ist in Europa oft Bestandteil der Notaufnahme eines Krankenhauses. Er dient der Erstversorgung schwerverletzter bzw. polytraumatisierter Patienten. Das Ziel ist die schnellstmögliche Diagnostik und Therapie der lebensbedrohlichsten Verletzungen oder Erkrankungen. Auch das Evangelische Krankenhaus in Witten verfügt über diesen Schockraum.

IMAGE: Zu den bevorstehenden Feiertagen hört man oft, die Menschen kommen ohne Not in die Aufnahme. Können Sie das bestätigen?
MARTIN: Es gibt sicherlich an Feier- oder Brückentagen Menschen, die aus ihrer persönlichen Not heraus, weil ihr niedergelassener Arzt nicht verfügbar ist, den Weg in die Notaufnahme eines Krankenhauses wählen. Vor allem, wenn Kinder betroffen sind, stehen Angst und Unsicherheit oft im Vordergrund.  Wenn Menschen Hilfe brauchen, dann müssen sie auch Hilfe bekommen. Unser ganzes Team versucht immer sein Bestes zum Wohle aller Patienten.


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