Auf die Plätze, fertig, los? Langsames Hochfahren angesagt

Passend zum Beginn der Reise- und Freizeitsaison: Der „Lockdown“ wird schrittweise gelockert.

Wie wird eigentlich das Gegenteil vom sogenannten Lockdown bezeichnet? Openup? Startup? Restart? Haben Sie eine Idee, liebe Leser? Dann lassen Sie es uns wissen. Wenn sich das Leben wieder normalisiert, muss doch ein griffiges Wort her!

Wie auch immer: Der „Lockdown“ wird nun schrittweise gelockert, passend zum Beginn der Reise- und Freizeitsaison. Also: auf die Plätze, fertig und los wie immer? Nein, so plötzlich das Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens vonstatten ging: Es ist gaaaanz langsames Hochfahren angesagt, ein langsames „booten“ also, wie das Computerfreunde wohl ausdrücken würden, so ähnlich wie bei einem weitverbreiteten Betriebssystem.
Nach und nach werden wieder alle Orte zugänglich, wo wir gerne unsere Freizeit verbringen: (Stau-)Seen, Rad- und Wanderwege, Museen, Büchereien, ganz wichtig: Restaurants, Gaststätten, Hotels, Pensionen, Biergärten, (Kletter-)Parks, Imbisse, Buden, Stände, Eisdielen und was es sonst noch für Gelegenheiten gibt, seine Freizeit angenehm zu verbringen. Große Ausnahme: Veranstaltungen aller Art, wo wir einander auf die Pelle rücken, sodass Viren ein leichtes Spiel haben neue Wirtsleute zu finden, die dann an einer besonders heimtückischen „Influenza“ erkranken können, die bislang statistisch doppelt soviele Todesopfer zur Folge hat, wie die gefährlichsten Grippewellen in der jüngeren Vergangenheit, zum Beispiel während des Jahreswechsels 2017 auf 2018. Zurück zum Detail, eine Kurzreportage über den Besuch eines Ortes der Klasse „teilöffentlich“, also Kneipen, Gaststätten, Restaurants, Spelunken, Gourmettempel... für alle gilt das gleiche: unsicher betrete ich den Gastraum. Mach’ ich bereits jetzt was falsch? Die „Munaske“ oder „Namuske“ halte ich im Anschlag, um nicht gleich schon zu Beginn irgendwelche Regeln zu verletzten, was die GSG 9 zu einem Hubschraubereinsatz über Hattingen veranlassen könnte. Sogleich kommt eine maskierte junge Frau – offenbar eine Bedienung (man sieht ja kaum was) – auf mich zu und bittet mich freundlich, mein Gesicht zu verhüllen. Spaßeshalber ziehe ich mein Halstuch auch über die Augen, weil das Virus ja auch darüber in der Körper gelangen kann. Ist aber nicht nötig.
Der Tresen: Sperrzone, mit Flatterband markiert, die Tische weit auseinander, der Gang zum Klo vorgezeichnet. Falls ich mal müsste, müsse ich die Maske wieder anlegen, am Tisch brauche ich keine, lautet die Regel. Meine Sorge, mit Maske essen und trinken zu müssen, ist also völlig unbegründet. Ich werde zu einem Tisch geleitet mit noch genau einem Stuhl und erinnere mich an die belehrenden Worte aus Funk und Fernsehen: Die Kontaktsperre gilt noch, zwar nicht innerfamiliär, aber wir Gäste dürfen nur einen „Fremden“ mit Familienanhang am Tisch sitzen haben und das mit Abstand. Trotz aller Einschränkungen und Regeln: Ich bin wieder froh, gastlich unter die Leute gekommen zu sein. Es mundet wunderbar.


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