Ansatz für Behandlung von Corona

Forschern gelingt es, Wirkweise darzustellen...

Links: Professor Dr. Hans Michael Kvasnicka, Direktor des Instituts für Pathologie und Molekularpathologie am Universitätsklinikum Wuppertal und Lehrstuhlinhaber für Pathologie der Uni Witten/Herdecke. Rechts: Dr. Maximilian Ackermann, Wissenschaftler am Institut für Pathologie und Molekularpathologie Universitätsklinikum Wuppertal.

Die Blutgefäßschäden in der Lunge könnten ein Schlüssel zur Erklärung der Wirkweise von Coronaviren sein. Forscher der Universität Witten/Herdecke (UW/H) gelingt es, den Mechanismus darzustellen. Ein neuer Ansatz für eine Behandlung sei denkbar.
Das CoVid-2-Virus befällt im Gegensatz zu den Grippeviren vornehmlich Blutgefäßstrukturen (Endothelzellen) und führt zu einer gesteigerten Entzündungsreaktion, vergleichbar mit einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantation.
Das ist das wichtigste Ergebnis einer internationalen Studie der Unikliniken Wuppertal, Harvard, Basel, Leuven und Hannover. Die Studie wurde mit einem Editorial in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. „Wir konnten erstmals die ausgeprägten und großflächigen Schädigungen der Blutgefäße zeigen, die die Blutzufuhr zu den Endorganen wie etwa Lunge, Herz, Niere oder Gehirn vermindern“, erklärt Dr. Maximilian Ackermann, Wissenschaftler am Institut für Pathologie und Molekularpathologie, die Ursache für die klinisch beobachteten Komplikationen (Mikroembolien) bei den CoVid-19-Patienten.
„Dieser erstmals beschriebene Mechanismus aus Blutgefäßneubildung und Entzündung bei CoVid-19 ist für den Schweregrad der Erkrankung verantwortlich und demonstriert, dass ein Lungenversagen maßgeblich auf den Gefäßschaden zurückzuführen ist“, sagt Professor Dr. Hans Michael Kvasnicka, der Direktor des Instituts für Pathologie und Molekularpathologie am Helios-Universitätsklinikum Wuppertal und Lehrstuhlinhaber für Pathologie der Universität Witten/Herdecke.
Besonders in der Lunge ist ein funktionierendes Gefäßsystem wesentlich für die Aufrechterhaltung der Sauerstoffaufnahme, da über 80 Prozent des Lungengewebes aus kleinsten Blutgefäßen besteht.


Bilder