„Aber die Atemaussetzer machen mir wirklich Angst“

Schnarchen ist weit verbreitet – Bei Männern und auch Frauen, zum Leidwesen der Partner.

Schlafapnoe ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Die Aussagen der Betroffenen variieren: „Mein Partner schnarcht so laut, dass ich nicht schlafen kann – ärgerlich! Aber die Atemaussetzer machen mir wirklich Angst.“ – „Ich war tagsüber so müde, dass ich nicht wusste, wie ich arbeiten sollte. Ich hätte nicht gedacht, dass es an nächtlichen Atemstillständen liegen könnte.“ – „Beruflich bin ich viel mit dem Auto unterwegs. Aber mit der Tagesmüdigkeit und dem Sekundenschlaf war ich als Verkehrsteilnehmer gefährlich geworden.“ – „Jetzt soll ich nachts so eine Atemmaske tragen! Wie kann man damit überhaupt schlafen?“ In Selbsthilfegruppen kann man Antworten bekommen. Interessenten können einfach mal vorbeikommen. Die in Witten trifft sich jeden 4. Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr im Johanniszentrum, Bonhoefferstraße 10, außer in den Monaten Juni, ­Juli und Dezember. Kontakt per Telefon unter Ruf 0 23 02/1 79 93 44 oder eine E-Mail schreiben an shg.schlafapnoe.witten@web.de. Schnarchen ist weit verbreitet – bei vielen Männern und auch Frauen, meist sehr zum Leidwesen der Partner. Doch abgesehen davon ist es harmlos, solange nicht bei starkem Schnarchen häufige Atemstillstände auftreten.
Dann kann eine sogenannte Schlafapnoe bestehen, die vor allem dadurch spürbar wird, dass der oder die Betroffene tagsüber unter großer Erschöpfung und Müdigkeit leidet. Denn die Atemstillstände (bei einer Schlafapnoe mehr als 10 Sekunden lang, öfter als 10 Mal pro Stunde) bewirken einen „Wachreiz“, der zwar lebensrettend ist – denn sonst würden wir Gefahr laufen zu ersticken – uns aber im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Schlaf reißt“.
Die Tiefschlafphase wird unterbrochen und bei ständiger Wiederholung dieses Vorgangs ist es mit der Erholung aus und vorbei. In Deutschland sind ein bis zwei Prozent der Frauen und zwei bis vier Prozent der Männer im mittleren Lebensalter vom „Osas“ (vom obstruktiven und gemischten Schlafapnoe-Syndrom) betroffen, also etwa 800 000 Menschen. Die Folgen: quälende Müdigkeit am Tag, eventuell mit Sekundenschlaf und weitere Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck. Das kann auf Dauer natürlich nicht so weitergehen, weshalb ärztliche Behandlung und auch das Tragen einer Atemmaske während des Schlafes notwendig werden. Doch damit ist eine erfolgreiche Umsetzung in den Alltag des Betroffenen noch lange nicht gelungen. Hier setzt die Selbsthilfegruppe an. Wer unter Schlafapnoe leidet, sollte dringend seine Lebens- und Schlafgewohnheiten ändern.
Nicht immer klappt alles so, wie man sich das vorgestellt hat, gerade die Anpassung der Atemmaske ist schwierig und weckt davon abgesehen viele Ängste. Die Teilnehmer sind alles selbst Betroffene und leben mit diesen Problemen teils seit vielen Jahren.


Bilder