65 Jahre THW Hattingen: Beseelt von der Idee zu helfen

Feierstunde mit politischer Prominenz, Ehrungen und einem Tag der offenen Tür.

Das Technische Hilftwerk Hattingen (THW) feierte seinen 65. Geburtstag mit zahlreichen Vertretern aus anderen Hilfsorganisationen und Politikern aus der Kommune, dem Kreis, dem Land und dem Bund.

Das Hattinger Technische Hilfswerk (THW) wurde 1953 gegründet und gehört zu den älteren Ortsgruppen. 136 Mitglieder sind es heute, darunter dreißig Frauen, die sich um viele verschiedene Einsätze kümmern. Eine starke Jugendgruppe von 55 Personen lässt hoffen, dass sich an diesem Engagement nichts ändern wird. Zum Feiern kamen unter anderem MdB Dr. Ralf Brauksiepe, MdB Ralf Kapschack, MdL Rainer Bovermann, MdL Bodo Middeldorf, Landrat Olad Schade und Beigeordnete Christine Freynik, Stadt Hattingen.
Viele Jahre hatte das Hattinger THW seinen Standort an der ehemaligen Zeche Aurora in Holthausen. 2012 zog es auf das Hüttengelände an die Schmiedestraße - mit mehr Platz, der aber schon jetzt wieder schrumpft. Das THW versteht sich als große Familie - untereinander und in Kooperation mit anderen Hilfseinrichtungen, beispielsweise der Feuerwehr, den Maltesern, dem DRK, ASB und vielen anderen. Die fleißigen Helfer sind bei Einsätzen im In- und Ausland dabei. Die Hattinger waren unter anderem vertreten bei verschiedenen Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Schneechaos, aber auch beim Sichern einsturzgefährdeter Häuser und bei den Arbeiten zum damals eingestürzten Kölner Stadtarchiv. Sogar an Feiertagen wie Heiligabend ist es schon passiert, dass der Dienst persönlichen Einsatz forderte.
2015 dann kümmerte sich das THW in zahlreichen Einsätzen um die Notunterkunft für die Flüchtlinge, die nach Hattingen kamen. Ein schöner Einsatz ist in jüngster Zeit die Versorgung von Kindergärten mit Spielzeug gewesen - das THW-Logo und die blauen Fahrzeuge werden so schon bei den Kleinsten eine optische Selbstverständlichkeit. Doch selbstverständlich sind die ehrenamtlichen Dienste natürlich nicht: Beseelt von der Idee zu helfen, ist es ein hoher Zeitaufwand im Ehrenamt, der nur gelingen kann, wenn Arbeitgeber und Familien zusammenhalten und unterstützen. 65 Jahre THW ist ein gutes Alter, aber keines, um in Rente zu gehen. Es gibt erste Überlegungen innerhalb der SPD, engagierte Personen im Ehrenamt mit Bonuspunkten in der Rente zu belohnen - eine Anerkennung, die mehr wäre als der berühmte „warme Händedruck“, aber auch noch ganz am Anfang der Überlegungen steht.
Angewiesen ist diese Arbeit auch auf finanzielle Unterstützung durch Sponsoren und Stiftungen. Über einen neuen Anhänger für einen Pkw konnte man sich in Hattingen freuen - hier hat die Sparkassenstiftung Sprockhövel finanzielle Hilfe geleistet. Übrigens auch ein Beispiel dafür, dass man beim Hattinger THW natürlich überörtliche Arbeit leistet und daher auch Sponsoren nicht zwingend aus Hattingen kommen müssen. Geehrt wurden langährige Ehrenamtler natürlich auch. So gibt es Helferzeichen in Gold mit und ohne Kranz und einen Ehrenring des THW Hattingen, der für besondere Dienste verliehen wird und auf Vorschlag der Helferschaft seinen Weg an den Finger des Geehrten findet. Doch bei den Ehrungen wird auch schnell deutlich: Natürlich freut man sich, aber so richtig im Mittelpunkt stehen, möchten viele Helfer eigentlich nicht. Im Mittelpunkt steht die Hilfe für Menschen, die sie brauchen.


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