10 Prozent der Bürger überschuldet

Diakonie: ausreichende Beratung – endlich Rechtsanspruch.

„Mehr als 10 Prozent der Bürger in Nordrhein-Westfalen sind überschuldet, die Schuldenlast privater Haushalte ist in Deutschland in den letzten 10 Jahren stetig angestiegen“, sagt Regina Egler, Leiterin der Schuldnerberatung der Diakonie Mark-Ruhr im Ennepe-Ruhr-Kreis.
Sie stützt sich dabei auf den fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung und den Ende 2016 von der „Creditreform Wirtschaftsforschung“ veröffentlichten „Schuldner-Atlas“ für Deutschland. Die ­Diakonie ist sich sicher: „Nur eine ausreichende Beratung und Unterstützung kann diesem Trend entgegenwirken.“
Umfangreiches und wirksames Konzept
Denn mit der sozialen Schuldnerberatung ist ein umfangreiches und wirksames Konzept zur Bewältigung des Problems privater Überschuldung entwickelt worden. „Know-how und Kompetenz sind da, können aber angesichts der meist unzureichenden Finanzierungsstrukturen nicht ausgeschöpft werden. Nimmt man die von ,Creditreform‘ für 2016 ermittelte Zahl von 6,8 Millionen Überschuldeten in Deutschland in den Blick, wird deutlich, dass nur eine Minderheit der Überschuldeten überhaupt in einer der anerkannten, gemeinnützigen Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen beraten und betreut werden“, ergänzt Heidrun Schulz-Rabenschlag, Fachbereichsleiterin der „Sozialen Dienste“ der Diakonie. Regina Egler ergänzt: „Deshalb ist es dringend erforderlich, dass, wie auch im Ennepe-Ruhr-Kreis derzeit gewährleistet, durch öffentliche Zuschüsse allen Ratsuchenden Zugang zu kostenlosen Schuldnerberatungsstellen ermöglicht wird.“
Es dürfe nicht sein, wie in einigen Regionen Deutschlands, dass nur Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe eine Beratung erhielten. Dafür bedürfe es endlich ­eines Rechtsanspruches, der auch dazu führen würde, dass Schuldnerberatungsstellen nicht mehr von freiwilligen Zuschüssen abhängig seien. Seit mehr als 30 Jahren bietet die Diakonie Mark-Ruhr diese soziale Schuldner- und Insolvenzberatung für den gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis an, und zwar kostenlos und für jedermann zugänglich. Anlässlich der bundesweiten „Aktionswoche der Schuldnerberatung“ und vor dem Hintergrund der nun bald anstehenden Bundestagswahl schließen sich auch die Schuldnerberatungen im Ennepe-Ruhr-Kreis der Forderung der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatungen an: Es bedürfe endlich eines Rechtsanspruches.


Bilder