Wenn das Haus Mängel hat

Bauvertragsrecht: die wichtigen Änderungen.

Günstige Zinsen für Baukredite haben dazu geführt, dass der Immobilienmarkt relativ leergefegt ist. Für alle, die sich dennoch ab dem kommenden Jahr in das Abenteuer „Eigenheim“ stürzen, gilt es, wichtige Änderungen im Bauvertragsrecht zu beachten. Gestärkt werden insbesondere die Rechte des Verbraucher.
Sehr erfreulich, dass das neue Bauvertragsrecht vom beauftragten Bauunternehmen eine ausführliche Baubeschreibung fordert unter Angabe eines konkreten Fertigstellungstermins. Sofern der Baubeginn noch nicht feststeht, muss das Bauunternehmen die Dauer für die Erstellung des Gebäudes benennen. Wird der Fertigstellungstermin später nicht eingehalten, stellt die Verzögerung rechtlich einen Mangel dar, für den der Anbieter haften und entstehende Nachteile des Bauherrn, wie zusätzliche Mietzahlungen, ausgleichen muss.
Abschlagszahlungen werden auf 90 Prozent begrenzt
Eine weitere Erleichterung für angehende Bauherren schafft das neue Gesetz auch zum Thema „Vorauszahlungen“. Der Gesetzgeber fordert eine Abkehr von hohen Abschlagszahlungen, die nicht dem Baufortschritt entsprechen. Künftig sind diese Vorauszahlungen auf 90 Prozent der Gesamtvergütung gedeckelt. Das Bauunternehmen soll gezwungen werden, den Bau vollständig und ohne Mängel abzuschließen. Ärgerlich, wenn das fertiggestellte Eigenheim Mängel aufweist. Dazu sieht das neue Bauvertragsrecht von 2018 an vor, dass der Bauherr den Mangel rügen muss, allerdings innerhalb einer von dem Bauunternehmen gesetzten Frist. Private Bauherren müssen auf diese Frist schriftlich hingewiesen werden.
Fristen beim Widerruf von Verträgen
Einen Vertrag mit einem Bauunternehmen abschließen und danach vom Vertrag wieder zurücktreten? Auch dieser Punkt wird im neuen Bauvertragsrecht geregelt. Danach kann ein privater Bauherr den Vertrag noch binnen 14 Tage nach Abschluss widerrufen – sogar ohne Angabe von Gründen. Die Frist verlängert sich auf ein Jahr und 14 Tage, wenn der private Häuslebauer über dieses Recht im Vertrag nicht oder fehlerhaft aufgeklärt wurde. Macht der Bauherr von seinem Recht Gebrauch und widerruft den Vertrag erst nach Baubeginn, geht er mit diesem Schritt ein gewisses Risiko ein: Alle Gewährleistungsrechte des Bauunternehmens für die bereits erbrachten Leistungen fallen nun weg, eine Rückabwicklung unterliegt komplexen Regeln. Nach aller Erfahrung lässt sich meist auch kein Anbieter finden, der kurzfristig die angefangenen Bauarbeiten fortsetzt.

dx


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