Verspannungen? Blockaden?

Wer hat den Satz „Ich hab Rücken“ noch nie gehört oder selbst geäußert? Neben dem Ischiasnerv könnte die Ursache auch das
Iliosakralgelenk sein.

 

Rückenschmerzen sind in Deutschland weit verbreitet. Nach Erkältungskrankheiten sind Rückenschmerzen der zweithäufigste Grund, warum Menschen einen Arzt aufsuchen. Nicht nur ständige Belastung oder Verschleiß können zu Problemen führen. Manchmal gerät der Rücken aus dem Gleichgewicht allein schon durch ruckartige Bewegungen wie beim Anheben einer schweren Kiste. Dann können Beschwerden an der Stelle auftreten, an der die untere Wirbelsäule mit dem Becken verbunden ist. Dort befinden sich die Iliosakralgelenke. Das Iliosakralgelenk, kurz ISG, wird auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt. Mit straffen Bändern verbindet es die untere Wirbelsäule mit dem Becken. Das Iliosakralgelenk ist durch den festen Halteapparat nur wenig beweglich, kann aber durch massive Gewalteinwirkung oder Fehlhaltungen verschoben werden. Bereits kleinste Verschiebungen im Iliosakralgelenk lösen unter Umständen starke Rückenschmerzen aus. Eine Blockade des Iliosakralgelenks, eine sogenannte ISG-Blockade, kann durch eine plötzliche Krafteinwirkung beim Sport oder bei einem Unfall entstehen. Der Schmerz kann von den ISG zum Beispiel auch in die Lendenwirbelsäule ausstrahlen. Die durch Erkrankungen des Iliosakralgelenks ausgelösten Rückenschmerzen nehmen im Tagesverlauf an Intensität zu. Besonders schmerzhaft sind das Aufrichten, das Heben von schweren Gegenständen und längeres Stehen.


Ursachen finden
Bei Rückenschmerzen ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden und frühzeitig eine Therapie zu beginnen. So kann verhindert werden, dass die Schmerzen chronisch werden. Ziel der Rückenschmerztherapie ist die effektive Linderung der Schmerzen, sodass die Betroffenen schnell wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren können, sowie die Prophylaxe erneuter Rückenschmerzen.
Neben heftigen Bewegungen und plötzlichen Krafteinwirkungen werden Schmerzen im Iliosakralgelenk zudem durch Verschleißerscheinungen (Arthrosen), Lockerung der Symphyse während der Schwangerschaft, Beckenringinstabilität, Morbus Bechterew oder Bandscheibenvorfällen, Knochenbrüchen, Erkrankungen der Hüfte und auch Stress hervorgerufen.  

Abhilfe
Körperliche Bewegung ist ein wichtiger Therapiebaustein zur erfolgreichen Behandlung von ISG-Beschwerden. Es ist wichtig, dass sich die Betroffenen viel bewegen, auch wenn sie Beschwerden haben. Begleitend wird eine Physiotherapie verordnet. Das Iliosakralgelenk wird während der Therapiesitzungen durch spezielle Übungen stabilisiert und entlastet. Dazu ist ein Physiotherapeut bestens ausgebildet und so kann er ohne Medikamente oder Operationen das Leiden relativ schnell lindern.


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