Unerwünscht freie Sicht und Lärm an der Bochumer Straße

Die Arbeiten von Straßen NRW am Straßenbegleitgrün verursachten Kahlschlag und Ärger.

Die Fäll- und Schneidearbeiten entlang der Bochumer Straße haben für Kahlschlag gesorgt. Die Anwohner haben nun keinen Sicht- und Lärmschutz mehr. Margrit Heller und Heinz-Willi Berkermann wollen gemeinsam mit den anderen Anwohnern eine kurzfristige Lösung zur Verbesserung der Lage erreichen.

Alles begann im Dezember 2017. Plötzlich wurden an der Bochumer Straße rechts und links umfangreiche Rodungs- und Schnittarbeiten vorgenommen. Damit sorgte Straßen NRW nicht nur bei den Anwohnern für eine negative Überraschung, sondern auch für den plötzlichen Wegfall von Sicht- und Lärmschutz. Jetzt machen die Anwohner mobil. Ihr Ziel: Wiederaufforstung und/oder eine Sicht- und Lärmbarriere.

Achzig Unterschriften haben die Anwohner von Bochumer Straße, Perthes-Ring und Kirchweg mittlerweile gesammelt und viele Gespräche geführt. „Wir haben nach der Schnitt- und Fällaktion durch Straßen NRW natürlich einen Brief geschrieben und diesen auch an Bürgermeister Ulli Winkelmann, an die MdL Bovermann und Middeldorf sowie an Vertreter der im Stadtrat vertretenen Parteien geschickt – zunächst hat nur Britta Altenhein geantwortet. Später gab es auch Reaktionen von anderen Vertretern, mit denen wir uns teilweise vor Ort auch getroffen haben.  Die Unterschriftenliste haben wir auch Straßen NRW und der Stadt Sprockhövel übergeben. Das alles ist zwischen Ende Dezember und Anfang Februar geschehen. Die Vertreter im Land, Bovermann und Middeldorf, haben uns auch versichert, sie wollen sich kümmern. Aber es ist nach der Ortsbesichtigung nichts mehr passiert“, erzählt Margrit Heller.
Sie wohnt in ihrem Elternhaus am Perthes-Ring und weiß, dass ihre Eltern damals gegen den Bau der Straßen South-Kirkby und Bochumer Straße geklagt haben. „Den Straßenbau haben sie natürlich nicht verhindern können, aber ihnen wurde ein Straßenbegleitgrün zugesagt, welches als Sicht- und Lärmschutz dienen sollte. Und das ist ja auch geschehen.“
Bis Dezember 2017. Nun ist die Sicht offen und der Lärmpegel deutlich zu hören – zumal beide Straßen Hauptverkehrsachsen sind.
„Die Kreuzung South-Kirkby-Straße soll zu den acht gefährlichsten Kreuzungen von NRW gehören“, weiß Heinz-Willi Berkermann. Er wohnt am Kirchweg und der Kahlschlag hat auch für ihn den Lärmpegel deutlich erhöht.
Dabei ist den Anwohnern natürlich bewusst, dass Straßen NRW die Arbeiten im Rahmen von Pflege und Sicherheit verrichten ließ - doch nach Meinung vieler dabei deutlich über das Ziel hinausgeschossen ist. „Wir haben im März ein allgemeines Infoschreiben erhalten mit dem Hinweis, man habe die ‚Bäume auf Stock gesetzt‘ und die würden ja wieder ausschlagen. Bei Sträuchern, die zurückgeschnitten wurden, mag das so sein, doch bei den Bäumen steht nur noch ein Stumpf. Da wage ich das zu bezweifeln. Und selbst wenn es so wäre, dauert das Jahre und als Sicht- und Lärmschutz nützt uns das heute nichts“, meint Heinz-Willi Berkermann.
Was also tun? „Wir möchten ein Gespräch mit Verantwortlichen über Aufforstung oder andere Möglichkeiten für einen kurzfristigen Sicht- und Lärmschutz. Es gibt wohl auch Überlegungen, die Ampelanlage auf der South-Kirkby-Kreuzung durch eine andere Lösung zu ersetzen. Jedenfalls hat man uns das gesagt.  So ist die Situation für uns unmöglich und wir möchten eine Lösung.“


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