St. Elisabeth Hospiz: Das Sterben in das Leben einbetten

Ein besonderer Ort für die letzte Lebensphase mit viel Zeit für Gefühle und Glücksmomente.

Der Innenhof des Hospizes: Im Frühjahr 2017 wurde es eröffnet. Es verfügt über zehn Plätze und bietet zusätzlich Unterbringungsmöglichkeiten für zehn Angehörige, die mit den Hospizgästen Tür an Tür wohnen können. Dieses Konzept ist in der Hospizlandschaft sehr selten, weil die meisten Hospize nur über zwei bis drei Gästezimmer für Angehörige verfügen. Der große Innenhof sorgt für lichtdurchflutete Räume und bietet bei gutem Wetter zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeit.

Im Frühjahr 2017 öffnete das St. Elisabeth Hospiz Witten an der Hauptstraße seine Türen. Mitten im Zentrum und doch ein Ort der Ruhe für die letzte Lebensphase. Es ist ein besonderer Ort, der intensive Gefühle erlebbar macht. IMAGE hat das Hospiz besucht.

Wer durch die Maueröffnung tritt, den empfängt sofort eine ruhige Atmosphäre. Viel Glas und  Licht bestimmen das Konzept. Im Eingangsbereich brennt eine Kerze und vor einem der Zimmer auch. „Das ist das Zeichen dafür, dass ein Gast verstorben, aber noch bei uns ist“, erklärt Heike Großheimann. Die examinierte Altenpflegerin, die 38 Jahre in der Altenpflege gearbeitet hat, ist seit der Eröffnung des Hospizes die Leiterin der Einrichung.
Viele Menschen sterben heute in Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen. Die Hospizbewegung ist noch jung, aber stark nachgefragt. „Wer sich um einen Hospizplatz bemüht, meldet sich meistens in mehreren Häusern an“, erzählt sie. Im St. Elisabeth Hospiz, einer katholischen Einrichtung, sind Menschen aller Glaubensrichtungen und Konfessionen willkommen. „Wir haben auch Muslime, die zu uns kommen. Natürlich gibt es dann Unterschiede, so wird beispielsweise der Raum der Stille von ihnen nicht genutzt. Die Körperpflege übernehmen hier in der Regel die Angehörigen, zumeist die Kinder. Unsere 14 hauptamtlichen und 25 ehrenamtlich geschulte Kräfte haben gelernt, mit diesen Besonderheiten umzugehen. Im Alltag stellt das kein Problem dar.“
Die Wünsche der Gäste - es sind keine Bewohner, Patienten oder gar Sterbende - stehen immer im Mittelpunkt. „Manche möchten überhaupt nicht alleine sein, dann ist 24 Stunden lang jemand an ihrer Seite. Andere möchten Zeit für sich, das ist ganz unterschiedlich. Viele lieben es, wenn wir ihnen die Möglichkeit für Wellness bieten oder sie möchten noch einmal in die Natur. Das können wir durch den Innenhof wunderbar ermöglichen. Die Aufenthaltsdauer variiert von Fall zu Fall, liegt aber im Durchschnitt bei zwei Wochen.“
Die Stimmung, so sagt sie, sei selten gedrückt. Oft gehe es lebhaft zu. „Die Besonderheit dieses Ortes ermöglicht auch in einer kurzen Zeitphase, die ein Gast hier verbringt, eine große Intensität. Leben und Sterben waren viele Jahre komplett voneinander getrennt. Jetzt erleben wir eine Veränderung, denn das Sterben gehört zum Leben dazu.“
Die Unterbringung im Hospiz ist für Sterbende und Angehörige kostenlos. Eine Zusammenarbeit mit dem Palliativnetz Witten, erfahrenen Seelsorgern und paliativ-medizinischen Ärzten und Pflegekräften hilft Gästen und Angehörigen.“
95 Prozent der Hospizkosten werden von den Krankenkassen übernommen. Der Restbetrag muss durch Spenden gedeckt werden. Für das St. Elisabeth Hospiz sind dies 200.000 Euro pro Jahr. Darum kümmert sich ein Förderverein (Spendenkonto: Sparkasse Witten, IBAN DE 86 4525 0035 0000 7063 17).

 


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