Rollatorenworkshop hilft

Mit dem Straßenverkehr kennt sich Norbert Kellerhoff bestens aus. Seit 17 Jahren gibt er für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) unter dem Motto „Sicher mobil“ auch bei der Volkshochschule Hattingen Kurse zum Thema Verkehrssicherheit. Die Angebote richten sich an alle Verkehrsteilnehmer, eben auch an solche, die sich mit dem Rollator im Straßenverkehr zunehmend unsicher fühlen.

 

Für die meisten Teilnehmer ist wichtig: Sie wollen im Alter aktiv bleiben und auch mit Rollator unterwegs sein und ihn steuern und nicht erleben, dass die Gehhilfe quasi sie selbst steuert. Auch mit Bus und Bahn unterwegs sein ist, wenn man auf einen Rollator angewiesen ist, nicht so einfach.
Rollatoren gibt es seit 1978. Das Wichtigste ist, die Griffhöhe an den Menschen anzupassen, der mit ihm fährt.
Norbert Kellerhoff zeigt in seinen Workshops den richtigen Umgang mit der Handbremse, die ein Rechts-Links-Bewegen des Rollators ermöglicht und mit deren Hilfe man die Gehhilfe steuern kann.
Übrigens: Busfahren ist so schwer nicht. Denn: „Alle Busse haben eine Rampe. Man muss den Busfahrer nur fragen, dann fährt man mit dem Rollator bis zum Buseinstieg in der Mitte oder hinten, hebt den Rollator mittels der Kippvorrichtung an, geht vorwärts in den Bus, stellt den Rollator ab und sichert ihn. Hilfreich ist auch ein Koffergurt, mit dem man den Rollator an der Haltestange zusätzlich befestigen kann. Wer eine Fahrkarte braucht, kann einen anderen Fahrgast ansprechen. Beim Aussteigen geht es rückwärts aus dem Bus. Und sitzen bleiben, bis der Bus wirklich hält“, so Norbert Kellerhoff.
Andere Fahrgäste fragen, um Hilfe bitten und alles langsam machen – das schmeckt vielen älteren Mitbürgern nicht, ist aber unumgänglich.
Um in der dunklen Jahreszeit von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden, können die Reflektoren beispielsweise rundum am Rollator angebracht werden. Beleuchtung mit Dämmerungssensor sorgt für zusätzliche Sichtbarkeit. Spezielle Regenschirme lassen sich am Rollator befestigen. Winterreifen für Rollatoren verbessern die Bodenhaftung auf Laub sowie auf glattem oder nassem Untergrund. Die DVW empfiehlt, möglichst nur geräumte Wege zu benutzen und Gullydeckel oder Kopfsteinpflaster zu meiden, da sie besonders schnell rutschig werden. Riskante Wegeabschnitte lassen sich am besten langsam und mit kleinen Schritten bewältigen. Apropos Auto: Auch Seminare für ältere Autofahrer gehören zum Alltag von Norbert Kellerhoff. Da ist oft die Rede von Verunsicherung und Angst, aber auch dem Nachlassen der Reaktions- oder Konzentrationsfähigkeit oder den Sinnen wie Hören und Sehen. Aber auch die Straßenverkehrsordnung hält jede Menge Neuerungen bereit – manche Dinge gab es noch gar nicht, als die Generation 50plus ihren Führerschein machte. Infos gibt es auch unter www.dvr.de, bei Volkshochschulen oder den Verkehrsbetrieben zum Thema Rollator und Sicherheit.


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