„Respekt vor dem Feuer darf man haben, aber keine Angst.“

IMAGE sprach mit dem Sprockhöveler Feuerwehrchef Christian Zittlau über die Einsätze.

Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel, Christian Zittlau. Der gebürtige Wuppertaler lebt schon lange in Sprockhövel und ist seit 2010 Leiter der Feuerwehr, aber bereits seit 1985 in der Wehr aktiv. Er trat die Nachfolge des verstorbenen Bernd Asbeck an. Außerdem ist Zittlau stellvertretender Kreisbrandmeister.

Christian Zittlau ist Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel. Für den Diplom-Ingenieur ist sein Dienst bei der Feuerwehr seit vielen Jahren ein Ehrenamt, auf das er nicht verzichten möchte. IMAGE hat mit ihm über die Feuerwehr und ihre Einsätze gesprochen.

IMAGE: Zunächste hätten wir gerne ein paar Zahlen...
ZITTLAU: Die Sprockhöveler Feuerwehr ist pro Jahr etwa 300 mal im Einsatz. Die meisten Einsätze beziehen sich auf technische Hilfeleistungen jeder Art - das reicht von der Hilfe für eine Person hinter verschlossener Tür über sturmbedingte Einsätze bis hin zu Verkehrsunfällen. Dazu kommen Brände, aber auch manchmal Falschalarme. Wir haben insgesamt 370 Mitglieder, davon 180 Aktive. Die Sprockhöveler Feuerwehr ist eine freiwillige Wehr mit sechs Feuerwehrhäusern und 25 Fahrzeugen plus Kinderfahrzeug und Gulaschkanone.

IMAGE: Kinderfahrzeug.....?
ZITTLAU: Wir haben seit 2015 eine Kinderfeuerwehr. Es gibt sogar regelmäßige Dienste, die alle zwei Wochen samstags von 15 bis 17 Uhr stattfinden. Bei den Treffen sollen die Kinder altersgerecht und spielerisch an feuerwehrspezifische Themen herangeführt werden. Aber auch Aspekte wie vorbeugenden Brandschutz, Absetzen von Notrufen oder Verhalten bei Verkehrsunfällen sowie die Förderung der Sozialkompetenz und des Teamgeistes werden berücksichtigt. Und zur Kinderfeuerwehr gehört natürlich auch ein Fahrzeug.

IMAGE: Die Zahl der Brände hat abgenommen. Warum?
ZITTLAU: Der vorbeugende Brandschutz hat sich deutlich verbessert. Dazu zählen verbesserte Materialien, Brandschutz in der Erziehung und nicht zuletzt auch die Rauchmelderpflicht.

IMAGE: Die Feuerwehr muss aber für den Ernstfall üben?
ZITTLAU: Das tut sie auch. Es gibt spezielle Brandübungshäuser, in denen Brände simuliert werden. Es kommt vor allem darauf an, unter Atemschutz arbeiten zu müssen und die Hitze zu ertragen. Es kann durchaus zwischen 500 und 800 Grad Celsius heiß werden. Ein Feuerwehrmann muss Respekt vor dem Feuer, aber keine Angst haben.

IMAGE: Manchmal hat der Bürger das Gefühl, es rücken mehr Einsatzkräfte aus als nötig?
ZITTLAU: Zunächst einmal muss man sehen, welche Informationen beim Eingang eines Einsatzes vorhanden sind. Wenn viele Details fehlen, müssen zur Sicherheit mehr Leute ausrücken. Dann kommt es auf bestimmte Situationen an: wer ist wo zu welcher Tages- oder Nachtzeit gerade verfügbar? In der Regel haben ja alle einen Beruf und da kann es geschehen, dass mehr Einsatzkräfte ausrücken als unbedingt notwendig. Sicherheit hat einfach Vorrang vor allem anderen.

IMAGE: Die Feuerwehr muss ja in Fragen der Technik immer brandaktuell sein. Können Sie ein Beispiel geben?
ZITTLAU: Etwa bei einem Verkehrsunfall. Die modernen Fahrzeuge sind so konstruiert, dass man nicht einfach irgendwie eine Person aus einem Fahrzeug schneiden kann. Man muss schon genau wissen, wo man ansetzen muss. Über das Kennzeichen des Fahrzeugs können wir sofort Sicherheitsblätter anfordern, die uns diese Informationen geben. Für unsere Arbeit ist das sehr wichtig.

IMAGE: Haben Sie Nachwuchssorgen in der Feuerwehr?
ZITTLAU: Wir freuen uns über jeden, der Interesse an der Feuerwehr hat. Mit Kinder- und Jugendfeuerwehr sorgen wir auch für eigenen Nachwuchs. Ich denke, wir sind gut aufgestellt.

IMAGE: Freuen Sie sich auf das neue Gerätehaus für den Löschzug in Niedersprockhövel?
ZITTLAU: Natürlich. Die Entscheidung dafür zeigt die Verantwortung und die Wertschätzung von Politik und Verwaltung gegenüber der Wehr.

IMAGE: Sie wohnen in Hasslinghausen - gibt es in der Feuerwehr auch die unsichtbare Grenze der Ortsteile?
ZITTLAU: Nicht mehr. Ich glaube, wir sind eine der wenigen Einrichtungen, die diese Grenze überwunden hat. Kameradschaft und auch Stolz auf unsere Arbeit, die wir zum Gemeinwohl leisten, kennen diese Grenze nicht.


Bilder