Physio statt Medikamente

Schmerz lass nach: Frühe Therapie wirksam.

Neue Studien stützt die Wirksamkeit frühzeitiger Physiotherapie, vor allem bei akuten Nacken- oder Rückenschmerzen. Oder hilft in solchen Fällen doch nur der Griff zur Medikamentenschachtel? Dieses Vorurteil könnte sich bald ändern.
Mit den neuen Forschungsergebnissen geht die Forderung nach einem Umdenken einher: physiotherapeutischen Behandlungen den Vortritt vor ärztlichen Maßnahmen zu geben. Das würde den Schmerzmittelkonsum, Operationen und Kosten reduzieren. Ein direkter Zugang zum Physiotherapeuten könnte all das gewährleisten. Beschwerden am Bewegungsapparat führen besonders in westlichen Industrienationen zu immensen Kosten. Der größte volkswirtschaftliche Schaden wird dabei durch Rückenschmerzen ausgelöst. Die damit einhergehenden, jährlich zunehmenden direkten Krankheitskosten von mehr als 8,3 Milliarden Euro pro Jahr sind gravierend. Diese Kosten werden in erster Linie durch bildgebende Verfahren, Rückenoperationen, Spritzen sowie durch die Verordnung von Schmerzmedikamenten ausgelöst.


Nebenwirkungen und Gefahren
Zudem gehen mit solchen Maßnahmen Nebenwirkungen und Gefahren wie OP-Komplikationen einher. Dennoch raten aktuell gültige Versorgungsleitlinien bei Patienten mit akuten Rückenschmerzen von physiotherapeutischen Maßnahmen ab. Einen Grund hierfür stellt ein Mangel an Studien zu der Thematik dar. Eine neue Studie fordert zum Umdenken auf. Licht ins Dunkel bringt erstmals eine großangelegte systematische Übersichtsarbeit, die den gesamten Forschungsstand zusammenfasst. Wissenschaftler um Heidi Ojha von der University of Pennsylvania in Philadelphia untersuchten insgesamt 14 Studien. Fazit: Ein rascher Beginn der Physiotherapie verringert medizinische Maßnahmen und spart damit Kosten.


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