Neues MRT am Marienhospital: 4,5 Tonnen Hightech pur

Ranova Radiologie Witten freut sich über ein neues Siemens-Gerät für die Patienten.

Die Radiologen Henning Retzgen und Jürgen Behring, ärztlicher Standortleiter, in der MRT-Kammer mit dem neuen Gerät. Damit das tonnenschwere Gerät an Ort und Platz steht, war doch mehr als eine Fingerbewegung nötig.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde das neue MRT-Gerät (Magnet-Resonanz-Tomograph oder auch Kernspintomograph) für die Ranova Radiologie Witten im Marienhospital angeliefert. Weil das 4,5 Tonnen schwere Gerät der Firma Siemens in ebenerdige Praxisräume transportiert werden musste, wurde kein Schwerlastkran benötigt. Wohl aber war Millimeterarbeit und viel Logistik gefragt.
„Das Gerät ersetzt ein MRT-Gerät, welches 14 Jahre im Dienst war. Für seinen Nachfolger wurde die MRT-Kammer vergrößert und um es einzubauen, wurde die Außenwand entfernt. Das neue Gerät bietet viele Innovationen: So ist die Öffnung mit 70 Zentimern größer und lässt Untersuchungen an Patienten zu, die bisher mit Hilfe des MRT nicht untersucht werden konnten - klaustrophobische oder adipöse Patienten beispielsweise, aber auch Kinder. Aufgrund des kurzen Magneten kann bei vielen Untersuchungen der Kopf des Patienten außerhalb des Systems bleiben“, erklärt Jürgen Behring, ärztlicher Standortleiter.
Die Magnetresonanztomographie arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen. Der Patient ist keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Die Magnetkräfte, die eingesetzt werden, sind unvorstellbar groß. Mit eisenhaltigen Metallen sollte der Messraum nicht betreten werden. Diese Gegenstände können zu gefährlichen Geschossen werden. Elektronische Geräte wie Herzschrittmacher, Insulin- oder Schmerzpumpen können zerstört werden.  Ebenso tabu sind Scheck- oder Kreditkarten, die durch das Magnetfeld gelöscht werden können. Der Magnet wird mit flüssigem Helium auf Temperaturen um -269 °C, also nur 4 °C über dem unteren Temperaturgrenzwert, gekühlt, sodass der Strom, mit dem er einmalig  „aufgeladen” wurde, ohne einen elektrischen Widerstand in ihm kreist und das Magnetfeld mit großer Homogenität aufrecht erhält. Notversorgungen gibt es selbstverständlich auch. Diese Investition beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro. Pro Tag können (und werden) 40 Patienten behandelt, um ein MRT entsprechend auszulasten.


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