Mr NRW kennt sich mit Finanzen gut aus

„Was auf der Welt dreht sich nicht um Geld?“–
Am 9. Dezember ist die Wahl zum Mr Germany.

Maik Geilenbrügge (25) an seinem Arbeitsplatz bei der Volksbank in Sprockhövel. Der Bankkaufmann steht derzeit im dualen Studium und möchte eine Führungsposition bei der Bank erreichen.

Gerade jetzt in diesen Momenten hat Maik Geilenbrügge das kalte Sprockhövel hinter sich gelassen und wird im sonnigen Ägypten für eine Woche gecoacht. Choreo, Styling und vieles mehr unter südlicher Sonne - alles für die Wahl zum „Mister Germany“ am 9. Dezember in Linstow nahe Rostock. Dort treffen die Sieger der einzelnen Bundesländer aufeinander und einer von ihnen geht mit dem Titel „Mr Germany“ nach Hause.
Bei dem heimatverbundenen Sprockhöveler hält sich die Aufregung in Grenzen. Seine eher zufällige Entdeckung durch die Sprockhöveler Visagistin Britta Meyerling macht ihm keinen Kopf. „Ich habe vorher da überhaupt drüber nachgedacht und jetzt mache ich einige tolle Erfahrungen, aber das ändert nichts an meinem Job und meinen Zukunftsplänen“, erzählt er und zeigt seinen Silberring mit dem Sprockhöveler Wappen, eine Sonderanfertigung mit seiner Liebe zur Zwiebelturmstadt. Seine Familie, so erzählt er, sei seit Generationen im Gärtnerbetrieb tätig und selbstständig. „In den Sommerferien habe ich immer vier Wochen Rasen gemäht, da vibrierten noch am Abend die Finger.“ Mit 14 Jahren sei er moppelig gewesen, habe eine Zahnspange getragen. Fußball habe er gespielt, doch nach etlichen Verletzungen damit aufgehört. „Und ich wusste nach einem Praktikum im Verkäuferbereich, dass ich in jedem Fall etwas mit Menschen machen will.“ Der Kundenkontakt sei es auch und das Wissen um Geld, was ihn bei der Bank reize. „Was auf der Welt dreht sich nicht um Geld? Ist doch toll, wenn man sich damit auskennt“, findet er.
Der Modeljob sei unsicher. „Man muss in der Regel zunächst zu einem Casting und weiß überhaupt nicht, ob man den Job bekommt.  Dann sind natürlich Fitness und Ernährung große Themen. Sport zu treiben, das fällt mir nicht schwer, das mache ich auch privat. Ich jogge und bin auch im Fitness-Studio. Aber die Ernährung, gerade jetzt vor dem Finale: Morgens esse ich Haferflocken mit entrahmter Milch und um 10 Uhr eine handvoll Nüsse. Meistens Walnüsse, denn sie haben wenig Kohlenhydrate. Mittags und Abends gibt es entweder Fisch oder Hähnchen - 200 bis 300 Gramm und die gleiche Portion Gemüse. Man macht ja auch mit, um einen guten Platz zu erreichen.“
Mit Styling hatte er vor seiner Entdeckung auch nichts am Hut. „Meine Haare trage ich immer so und geschminkt habe ich mich auch nicht.“
Wenn er jetzt für ein Fotoshooting oder eine Modenschau gebucht wird, ist das natürlich anders. „Eine Modenschau mache ich aber lieber. Eine Dresserin hilft mir beim Umziehen, muss ja alles schnell gehen. Da sind sogar die Socken schon umgekrempelt“, lacht er. In der Regel gefielen ihm auch die Klamotten, die er vorführt. „Ja, manches hätte ich mir vielleicht nicht gekauft, aber wenn man es trägt und sich ansieht, doch, das sieht schon gut aus. Man bekommt ja auch mal Kleidung zugeschickt und die ziehe ich dann schon an. Da ist auch mal etwas dabei, was ich ohne diesen Nebenjob wohl nie angezogen hätte.“
Maik Geilenbrügge ist extrem tiefenentspannt - er sieht sich nicht hauptberuflich im Modebusiness. „Ich kenne mittlerweile etliche Männer, die den Job nebenbei machen. Bei Frauen ist das schwieriger, bei uns geht das schon.“
Aus seiner Heimatstadt fährt jedenfalls die Familie mit Freunden nach Linstow bei Rostock. 35 Personen - Papas Freund ist Busfahrer und alle wollen bei der Wahl zum „Mister Germany“ dabei sein.
Das Umstylen jedenfalls hat seine Grenzen. „Eine andere Haarfarbe ist okay, aber kürzen lasse ich mir die Haare nicht. Das hatte ich mal und da sah ich aus wie ein Monchichi.“


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