Logistische Meisterleistung

Es muss fast immer sehr schnell gehen.

Leitstellen-Leiter Markus Goebel (r.) zog jetzt Bilanz für das Einsatzjahr 2017 und schlüsselte auf, wozu die insgesamt 218 000 Anrufe geführt haben.

„Feuerwehr und Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wie kann ich Ihnen helfen?“ – Wenn diese Frage gestellt ist, muss es fast immer schnell, sehr schnell gehen. Für den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung zählt jede Sekunde: Weil es brennt, weil ein Mensch in einer gesundheitlichen Notlage ist oder weil er einen Unfall melden muss, hat er die Notrufnummer 112 gewählt.
Mit gezielten Fragen gilt es für die 35 Mitarbeiter der Leitstelle, so zeitnah wie möglich herauszufinden, welche Hilfe auf den Weg geschicken werden soll. „Diese Koordination von Informationen, Helfern und Rettungsmaterial ist tagtäglich eine logistische Meisterleistung, die gelingt, gelingen muss“, macht Markus Goebel, Leiter der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus deutlich. Aus der siebten Etage werden sämtliche Einsätze im Feuer- und Katastrophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransport im Ennepe-Ruhr-Kreis koordiniert. Eine Mammutaufgabe, wie einige Zahlen aus 2017 eindrucksvoll belegen.
Alles gelernte ­Feuerwehrleute
Insgesamt nahmen die Disponenten – alles gelernte Feuerwehrleute und Rettungsassistenten – 218 500 Anrufe entgegen. Gut 71 000 Anrufe liefen über die 112 auf. Pro Tag galt es also, durchschnittlich 195 Notrufe zu verarbeiten. „Natürlich“, sagt Markus Goebel, „mit erheblichen Schwankungen. Tagsüber ist mehr los als nachts, und bei besonderen Wetterlagen schnellen die Anrufzahlen natürlich nach oben.“ Die Anrufe waren für die Disponenten Anlass, 30 057 Mal den Rettungsdienst auf den Weg zu schicken, 20 148 Krankentransporte und 1 114 Brandeinsätze zu veranlassen. „Dazu kamen für die Feuerwehren dann unter anderen noch mehr als 2 750 sogenannte technische Hilfeleistungen. Also beispielsweise das Befreien eingeklemmter Personen, das Retten von Tieren oder Aufgaben bei Überschwemmungen oder Stürmen“, bilanziert Markus Goebel. Um die Einsätze einleiten und koordinieren zu können, muss entsprechendes Personal und Material zur Verfügung stehen.


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