Lebenswichtige Informationen aus dem Kühlschrank

Krankenhaus verteilt Notfalldosen, die Helfer der Rettungsdienst benötigen könnten.

Dr. Mario Iasevoli, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und ärztlicher Direktor, präsentiert die Notfalldose, die das Evangelische Krankenhaus jetzt kostenlos an entsprechende Patienten verteilt.

Immer mehr Menschen haben zu Hause einen Notfall- oder Impfpass, einen Medikamentenplan oder auch eine Patientenverfügung.
Doch im Ernstfall ist es für Retter meist unmöglich, diese wichtigen Informationen zu finden. Das Evangelische Krankenhaus verteilt deshalb jetzt kostenlos Notfalldosen an Patienten, die Hilfe durch den Rettungsdienst benötigen könnten. „Nicht jedem gelingt es, in einer Notfallsituation Angaben zu seinem Gesundheitszustand zu machen“, erklärt Dr. Mario Iasevoli, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Witten. In einer solchen Ausnahmesituation können wichtige Details leicht vergessen werden – oder der Patient ist bewusstlos und nicht ansprechbar.
Deshalb hat Dr. Iasevoli die Einführung der Notfalldose angeregt. Die auffällig grün-weiße Kunststoffdose wird in der Kühlschranktür aufbewahrt. Sie enthält ein Notfall-Infoblatt, in dem neben den persönlichen Daten wichtige Diagnosen und Vorerkrankungen, regelmäßig einzunehmende Medikamente aber auch wichtige Ansprechpartner oder zu versorgende Haustiere angegeben werden können. Leben mehrere Personen im Haushalt, kann auch ein Passbild zur Identifikation beigefügt werden. „Wir helfen von ärztlicher und pflegerischer Seite beim Ausfüllen“, sagt Dr. Iasevoli. Weitere Formulare wie Entlassungsbriefe der Klinik oder Patientenverfügungen können hinzugelegt werden.
Zum Set gehören auch zwei Aufkleber. Einer soll an der Innenseite der Eingangstür angebracht werden, der andere außen am Kühlschrank. So kann der Rettungsdienst erkennen, dass hier ein entsprechender Patient lebt. Die Notfalldose wird im Krankenhaus von allen Abteilungen genutzt. Hauptsächlich wird sie aber an Patienten der Kliniken für Innere Medizin und für Geriatrie ausgegeben. Zielgruppe sind vor allem Patienten, bei denen mit Hilflosigkeit oder Kommunikationsproblemen zu rechnen ist, zum Beispiel ältere Menschen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


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