Küche für Kigali: Hilfsbereitschaft geht durch den Magen

Uli Pätzold-Jäger engagiert sich in einem Spendenprojekt für eine Küche für Straßenkinder.

Spendenübergabe der freien Wähler „MiS“ (Miteinander IN Sprockhövel). Egbert Buchwald übergibt Uli Pätzold-Jäger den symbolischen Scheck über 500 Euro.

Über dreißig Jahre war Ulrich Pätzold-Jäger bei der Volkshochschule Witten, Wetter und Herdecke in der Erwachsenenbildung beschäftigt. Jetzt engagiert sich der Sprockhöveler für ein ganz besonderes Projekt in Ruanda. Ein Projekt, dass durch den Magen geht. Auf dem Neujahrsempfang von Stadtmarketing, Stadtsportverband und Stadtkulturring wurde der literarische Leckerbissen ebenfalls angeboten.

Sprachtalent (Englisch, Französisch und Spanisch spricht er fließend) Pätzold-Jäger hat nämlich ein besonderes Buch aufgetan. Hermann van Bömmel hat es 2004 herausgegeben und Jürgen Pankarz hat es liebevoll illustriert. Die Idee dazu entstand 2003 beim großen kulinarischen Fest der Uni Witten/Herdecke. Damals gab es einen Aufruf für einen Rezeptwettbewerb unter Kinder, Eltern und Großeltern mit großer Resonanz. Der Spezialist für regionale Ökonomie, Dr. Hermann van Bömmel, realisierte die Idee als Impulsgeber. Heute, fast fünfzehn Jahre später, hat sich Ulrich Pätzold-Jäger aufgrund persönlicher Kontakte des Buches angenommen. Es gibt noch einige Exemplare und die sollen nicht nur ein Impulsgeber zum Nachkochen alter Rezepte aus Witten und Umgebung sein, sondern deren Erlös soll helfen. Gegen eine Spende von neun Euro kommt der Erlös aus dem Projekt den Straßenkindern in Kigali (Ruanda) zugute. Träger ist das C.P.A.J. der Ev. Presbyterianischen Kirche Ruandas. „Die Jungen bekommen dort eine Unterkunft und Mahlzeiten, außerdem werden sie beschult und von Sozialarbeitern betreut. Auf dem Gelände findet auch die Ausbildung von Schneidern und Friseuren statt, an der die älteren Bewohner des Zentrums teilweise auch teilnehmen. Ziel der Arbeit ist eine Reintegration in die Herkunftsfamilien. Bei meinem Besuch auf dem Zentrum hat mich der katastrophale Zustand der Küche sehr bewegt. Sinnvoll wäre ein Neubau mit einem angrenzendem Speisesaal”, erzählt Uli Pätzold-Jäger. Er schließt sich mit seinem Projekt der Partnerschaft des Bundeslandes Rheinland-Pfalz mit Ruanda an. „Für die Errichtung der Küche ist schon Geld vorhanden, 3000 Franken kommen aus der Schweiz, aus Sprockhövel ist eine vierstellige Summe aus dem Verkauf des Kochbuchs ‚Witten tischt auf‘ vorhanden. Das muss aber mehr werden, denn insgesamt werden rund 20.000 Euro benötigt und ich würde mir wünschen, dass die Küche noch in diesem Jahr Realität werden kann”, so Pätzold-Jäger.


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