Kleine Weltentdecker: Aufwachsen unter freiem Himmel

Die naturnahe DRK-Kindertageseinrichtung in Sprockhövel setzt gezielt auf Nachhaltigkeit.

Daniela Voigt ist Ansprechpartnerin für die DRK-Kindertageseinrichtung „Kleine Weltentdecker“. Regina Graser (rechts) gehört zu den aktiven Mitgliedern im Förderverein. Die Einrichtung ist vor allem für ihr naturnahes und nachhaltiges Konzept bekannt. Am Samstag, 30. Juni, startet ab 14 Uhr ein großes Sommerfest.

Zentrale Lage geht anders, aber das will man hier auch gar nicht. Wohin das Auge schaut, erblickt es Grün: Gegenüber der DRK-Kindertageseinrichtung gibt es ein Wildtiergehege. Die Kita selbst hat ein naturnahes Außengelände, geeignet für verspielte Träumer ebenso wie für Rabauken. Da kommen Erinnerungen an die Kinder aus Bullerbü hoch, die noch die Stoppeln der Getreidehalme unter ihren Füßen spüren konnten...
Schon dem Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich war klar: „Der junge Mensch braucht seinesgleichen - nämlich Tiere, überhaupt Elementares: Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann ihn auch ohne dies alles aufwachsen lassen, mit Stofftieren, Teppichen, auf asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nicht mehr erlernt.“
Nur was man kennen und lieben lernt, will man bewahren und schützen - das Prinzip der Nachhaltigkeit hat bei den „Kleinen Weltentdeckern“ Hochkonjunktur - freilich ohne es zu wissen. „Wann immer es möglich ist, sind wir mit den Kindern in der Natur“, erzählt Daniela Voigt aus der Kita. „Von 7 bis 16 Uhr sind wir für unsere kleinen Besucher da. Vierzig Kinder zwischen zwei und sechs Jahren besuchen die Einrichtung. Durch unsere eigene Köchin kochen wir jeden Tag frisch und alle Kinder bekommen ein warmes Mittagessen. Wir frühstücken zusammen und einen Snack gibt es auch. Die Kinder werden kindgerecht und verantwortungsbewusst in die Zubereitung der Mahlzeiten eingebunden und lernen, wie Essen entsteht.“
Naturnahe Highlights wie „Huhn on tour“ gibt es auch immer mal wieder - vier gemietete Hühner, die für ein frisches Frühstücksei sorgen.
Nach vier Jahren in Betrieb ist es Zeit für einen Anbau - der kommt hoffentlich bald und wird mehr Lagerfläche mit sich bringen.
Auf dem naturnahen Außengelände, für beide Kita-Gruppen durch einen direkten Zugang zu erreichen, gibt es in einer Ecke ein Regenrückhaltebecken. Hier setzt auch der Traum der Mitarbeiterinnen in der Kita an: „Es wäre toll, wenn wir beispielsweise hier eine Wasserpumpe anschließen könnten, damit die Kinder im Sommer Wasserspaß genießen können. Man könnte auch das Rückhaltebecken quasi überbauen und so eine Terrasse schaffen. Dann könnten wir diese mit Tischen und Stühlen bestücken“, träumt Daniela Voigt.
Um den Zielen etwas näher zu kommen, veranstaltet die Kita natürlich auch selbst kleine Events. Beispielsweise das Sommerfest am Samstag, 30. Juni, ab 11 Uhr. Verbunden mit einem Trödelmarkt gibt es jede Menge Freizeitspaß für die Kleinen und Infos und Klönmöglichkeiten für die Großen. Übrigens: Auch außerhalb des Kita-Alltages können Kinder Naturerfahrungen machen. Nicht umsonst gibt es ein Sprichwort „Entweder man hat einen schönen Garten oder glückliche Kinder“ - die können  mit gepflegtem und kurzgeschorenem Rasen nicht viel anfangen.
Ein paar Naturspiele mit geringem Aufwand gefällig? Wie wäre es mit „Waldkönig“? So geht‘s: Jeder Mitspieler sucht sich drei Tannenzapfen zum Werfen. Jetzt suchen alle gemeinsam ein Ziel aus, das abgeworfen werden muss. Das kann zum Beispiel ein Baumstumpf sein. Jetzt versuchen die Mitspieler abwechselnd das Ziel zu treffen. Wer am meisten Treffer landet, der ist Waldkönig.
Oder „Baumfinden“: Jeweils zwei Partner bleiben zusammen. Einer verbindet dem anderen die Augen und führt ihn (auch durch Umwege) an einen Baum, den er daraufhin befühlen darf. Nun wird dieser wieder an den Ausgangspunkt gebracht und die Augenbinde gelöst. Er muss den Weg von vorhin gehen und den Baum finden, den er befühlt hatte.


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