In der Weihnachtsbäckerei geht‘s mitten in der Nacht los

raditionsbäckerei Stolte in Hiddinghausen backt schon in der siebten Generation

Olaf Übbing und Sabine Stolte führen die Traditionsbäckerei in Sprockhövel jetzt in der siebten Generation. 1852 startete der Familienbetrieb mit Colonialwaren und Bäckerei sowie einer Gaststätte.

Wer Bäcker oder Konditor werden will, muss mitten in der Nacht raus aus den Federn: Davon kann auch Sabine Stolte (37) ein Lied singen. Sie lebt über ihrer Bäckerei in Hiddinghausen, die sie in der siebten Generation führt. Zur Weihnachtszeit ist noch mehr los als im Rest des Jahres.

„Ohne die Liebe zum Beruf ist das nicht machbar“, sagt die gelernte Konditorin. Das Privatleben bleibt nämlich mangels Zeit oft auf der Strecke. Die ersten Bäcker kommen schon um Mitternacht in die Backstube, die Konditoren in der Regel gegen vier Uhr morgens. Um 6 Uhr öffnet die Bäckerei, da bleibt nicht viel Zeit. Das alte Handwerk wird hier gepflegt, die alten Rezepte sorgfältig von Generation zu Generation weitergegeben.
Es hat schon etwas Künstlerisches, wenn Sabine Stolte eine Torte kreiert. Bis heute probiert sie auch gern einmal etwas Neues aus. Jetzt, zur Weihnachtszeit, haben Kekse und Stollen Konjunktur. Auch Hexenhäuschen sind gefragt. Weihnachten beginnt in der Bäckerei schon im Oktober...

Mitten in der Nacht geht‘s los
„Wie viele Zutaten wir verbacken, das kann ich nicht sagen, es sind einfach unglaublich viele“, sagt sie. Zimt, Orangeat, Zitronat, Lebkuchengewürz - Sabine Stolte schmeckt die alte Handwerkskunst heraus, wenn sie denn mal woanders probiert. Damals, 1999, bei ihrer eigenen Prüfung, musste sie neben Teegebäck eine „Ladenanschnitt-Torte“ backen. Da überzeugte sie mit der „Stolte spezial“, einer Buttercreme-Torte, und das ist bis heute so geblieben. Verraten will sie die alten Rezepte nicht, höchstens weitergeben an ihre Kinder, falls diese die achte Generation des Betriebes werden wollen.
In der Tat läuft einem das Wasser im Munde zusammen, wenn man zwischen Mango, Stracciatella, Buttermilch-Limette, Winterapfel mit Nüssen und Zimt oder der Bratapfel-Torte wählen muss. Den „Rollkuchen“ von früher, den gibt es hier übrigens auch noch - ein Klassiker zur Weihnachtszeit, der heute aber nur noch auf Bestellung gebacken wird. Oder lieber doch Berliner Brot oder ein Kekslein?
Zweimal im Jahr ruht die Arbeit. Dann sind Betriebsferien. Doch jetzt geht es weiter: Apfel, Nuss und Mandelkern warten auf ihre Vereinigung zu einer leckeren Weihnachtsköstlichkeit.


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