Hochofen schwarz-weiß: Mit der Leica auf Fotopirsch

Ausstellung mit Bildern von Berthold Socha im LWL-Industriemuseum Henrichshütte.

Berthold Socha in seiner Ausstellung im LWL-Industriemuseum Henrichshütte. Die Ausstellung zu dreißig Jahren Hochofen ist bis zum 2. April 2018 zu sehen.

Am 18. Dezember 1987 wurden in Hattingen die Hochöfen ausgeblasen. Dreißig Jahre später ist die Henrichshütte mit jährlich 100.000 Besuchern einer der beliebtesten Standorte des LWL-Industriemuseums. Den Weg vom stillgelegten Hüttenwerk zum Museum hat Berthold Socha mit seiner Leica-Kamera begleitet. Eine Auswahl von 100 Schwarz-Weiß-Fotografien präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in  Hattingen. Die Ausstellung ist bis zum 2. April zu sehen.
Berthold Socha (77) lebt in Münster. Von 1977 bis 2004 war er in der Kulturabteilung des LWL tätig. Einen Auftrag für die Fotos hatte er nie. „Ich bin durch meine Eltern früh mit der Fotografie in Berührung gekommen. Mit ihnen bin ich schon als Zehnjähriger in die Dunkelkammer zur Entwicklung von Fotos gegangen. Das hat mich geprägt und ich habe selbst angefangen zu fotografieren und zu entwickeln“, erzählt Socha.
Immer schwarz-weiß, immer mit einer Leica, immer analog und immer das Wesentliche im Blick. Und nie als Auftragsarbeit. „Mir war die Struktur wichtig. Ich habe Licht und Schatten gesehen, Geometrie. Ich habe fotografiert, was ich mochte, und das habe ich gesammelt.“
Jetzt, Jahrzehnte später, sind viele seiner Aufnahmen ein Stück Zeitgeschichte und oft Gegenstand von Ausstellungen. Wie diese in Hattingen. Dreißig Jahre Hochofen, dreißig Jahre das Werden eines Museums im Blick. Immer wieder mit der Leica auf der Jagd und immer wieder eine neue Perspektive – das hat sich bis heute nicht geändert. Obwohl er mittlerweile auch eine Digitalkamera besitzt und mit den Enkeln unterwegs auch mal ein Foto mit dem Mobiltelefon macht. Seine Art, im Bild festzuhalten, was er sieht, regt hoffentlich zum Nachmachen an. Und zum Nachdenken. Schießlich muss man die „Nicht-Erlebnisgeneration“ für das begeistern, was sie nicht mehr persönlich erleben konnte. Und wenn Socha den Blick über Wachsen, Werden und Vergehen schweifen lässt, dann, so sagt er, denke er oft: Ach, hättest Du doch damals noch mehr Bilder gemacht…
Zur Ausstellung ist ein Katalog „Motiv Hochofen 1987-2017. Fotografien von Berthold Socha“ erschienen, der im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich ist.


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