Herbstkonzert des MGV „Deutsche Eiche“

Wieder gut besucht war die Aula des Schulzentrums Hattingen/Holthausen beim Herbstkonzert des MGV „Deutsche Eiche“ am 24. September und die Erwartungen waren groß. Werden die Chöre die Qualität der letzten Konzerte erreichen oder sogar übertreffen?

Geballte Spannung lag in der Luft bei den Sängern, bei Martin Martmöller, der die Gesamtleitung hatte, und Solisten. Wird alles gut gehen? Ulli Müllers, der Vorsitzende des MGV, begrüßte die Gäste herzlich und wünschte ein paar Stunden Entspannung mit Musikgenuss. Schon ging es los mit dem ersten Stück der Deutschen Eiche mit dem Titel „Musik kennt keine Grenzen“, der auch Motto der Veranstaltung war. Nach zwei weiteren Stücken, u.a. mit dem Tenorsolo von Friedel Müllers, war merkliche Entspannung wahrnehmbar, auch nachdem der altbewährte Moderator Peter Niemann das Wort ergriff. Er begrüßte die zahlreichen Ehrengäste und bedankte sich bei den Spendern für dieses Konzert, ohne die eine solche Veranstaltung kaum mehr möglich ist. Voller Begeisterung kündigte er dann die bezaubernde Sopranistin Angela Hölscher an. Ja, sie bezauberte und verzauberte das Publikum in der Tat mit bekannten Operetten-Melodien von Robert Stolz und Fred Raymund, immer begleitet durch Joschua Martmöller am Klavier. Bei den Liedern „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ und „Die Julischka aus Budapest“ sang und wippte das Publikum begeistert mit.
Der MGV sang nochmal mit von Otto Groll bearbeitete Lieder wie „Troikafahrt“ und „Herrlicher Baikal“. Jürgen Pöting als Solist und der Chor sangen beide Lieder sehr gefühlvoll und gekonnt, ehe das Publikum mit dem Csardas beschwingt in die Pause ging.    
Das Motto „Musik kennt keine Grenzen“ bezieht sich wohl auf geografische Grenzen, so finden sich Lieder aus und über Spanien, Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn, Russland und Amerika in diesem Konzert wieder. Musik sprengt aber auch persönliche Grenzen, führt zusammen und löst Isolation. So trägt  auch dieses Konzert dazu bei.
Wie gewohnt wurden die Gäste in der Pause von den Damen des MGVs und des Damenchors auf lukullische Art und Weise verwöhnt. Neben  leckeren Canapés wurden Getränke einschließlich Sekt freundlich gereicht und es entwickelte sich wie immer eine gewollte angeregte Unterhaltung. Kaum serviert, standen die Damen auch schon wieder auf der Bühne. Beschwingt ging es nach der Pause weiter mit dem Damenchor Hammertal, unterstützt durch den Frauenchor Winz-Baak. Ida Kubelke hatte auch diesmal ein sehr schönes Programm zusammengestellt. Franz Lehars „Ein Herz, das dich liebt“ (Gold und Silber) stach besonders heraus und regte zu Mitsummen an.
Operettenkönig Franz Lehar war auch der Komponist des Liedes „Meine Lippen, die küssen so heiß“ aus Giuditta. Als Peter Niemann diesen Titel ansagte mit Angela Hölscher als Interpretin, kam er so ins Schwärmen, dass er sich gern als Geküssten gesehen hätte. Prompt lud ihn die Sopranistin auf die Bühne, wo er unter stürmischem Beifall von ihr „behandelt“ wurde. Ein Gaudi, das er und das Publikum nicht so schnell vergessen werden.
American Folksongs war ein weiterer Teil des Konzertes, vorgetragen von der Deutschen Eiche. Man hatte den Eindruck, dass Martin Martmöller hier besonders viel investiert hatte. Das war einfach gut. Karl-Werner Michel war als Mundharmonikaspieler der Solist dieses Teils. Übrigens hatte K.-W. Michels Familie die wunderschöne herbstliche Dekoration in der Aula gestaltet, wofür sie entsprechend gewürdigt wurde.
Beschwingt sollte das Publikum nach Hause gehen. Was eignet sich besser, als auf bekannte Melodien von Udo Jürgens zu setzen, war doch die Gewissheit da, dass alle mitmachen. Von „Zeig mir den Platz…“ über „Mercie Cherie“ bis „Mit 66 Jahren…“ war alles dabei. Mit dem Lied „Time to say good bye“ versammelten sich alle Interpreten noch mal auf der Bühne und verabschiedeten sich unter begeistertem Beifall des Publikums. Zugabe, versteht sich, gab es auch noch.
Fazit: Die Chöre und Solisten haben sich noch mal übertroffen. Gratulation!

 

Helmut Gau


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