HAZ Arbeit + Zukunft bietet Aktivierungshilfe für u25

In den Job, fertig, LOS - bisher durch das Bildungsraster gefallen, jetzt eine zweite Chance.

Aus Witten dabei: Marco Eckelt (pädagogischer Mitarbeiter), Anna-Sophia (24), Marco und Mike mit Hündin Anna, sowie Heinrich Müther-Scholz (Fachanleiter Medien) freuen sich über die Ergebnisse des Projektes.

Die „u25 Aktivierungshilfen LOS! Lernen, Orientieren, Stabilisieren“ richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren im ALG-II-Bezug. Die Maßnahme, gefördert duch das Jobcenter EN, wird in Hattingen vom HAZ Arbeit + Zukunft, Verein zur Förderung von Initiativen gegen die Jugendarbeitslosigkeit e.V., umgesetzt. Auch in diesem Jahr präsentierten die Verantwortlichen gemeinsam mit den Teilnehmern verschiedene Projekte.
Manche der Teilnehmer hier haben einen Schulabschluss, manche auch nicht. Eine Ausbildung hat keiner der jungen Leute. Manche von ihnen sind freiwillig hier, haben begriffen, dass sie ihr Leben irgendwie in den Griff bekommen müssen. Bei anderen ist die Motivation nicht so hoch, da müssen die Betreuer und Maßnahmengestalter Extraschichten leisten – aktivieren eben!
„Ist nicht immer einfach und wir erreichen auch nicht jeden“, gibt Angela Middelanis, die sozialpädagogische Betreuung, auch zu. Trotzdem, und da sind sich alle einig, ist es toll, dass es für diese jungen Menschen noch eine Chance gibt, obwohl sie bisher durch alle Bildungsraster gefallen sind.
„Mit dieser Maßnahme starten sie quasi wieder durch“, erklärt Jörg Feldmann, Bereichsleiter im Jugendbereich. „Eine Struktur in den Tag bringen, Werte wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit vermitteln, manchmal sogar verbunden mit dem Hausbesuch – Grundlegendes für die Zukunft der Jugendlichen in ihnen wecken und vor allem motivierend erhalten, darum geht es.“
Das sieht auch Gero von Billerbeck so. Der gelernte Tischler kümmert sich seit vielen Jahren im HAZ um verschiedene Projekte,  früher um die Tischlerausbildung, heute um die Aktivierungshilfen. Nicht immer wollen alle Tischler werden, sind aber in jedem Fall handwerklich orientiert.
Ihr Lebenspäckchen zu tragen, das haben alle.
Die Gruppe aus Witten hat sich um einen brachliegenden Acker gekümmert. Nicht ganz alleine, andere Projektpartner waren auch beteiligt, sonst wäre das zu aufwendig gewesen. Sogar die Universität Witten-Herdecke war dabei.
Es wurde gepflügt und gesät und die Ergebnisse lassen sich sehen: Kartoffen, Zwiebeln, Mais und vieles mehr kann geerntet werden. Immerhin zwei Hektar groß ist die Fläche. Die Produkte selbst werden verteilt, einige gehen beispielsweise in die Kantine der Volkshochschule in Witten. Die bewirtschaftete Fläche liegt in der Nähe des VHS-Schwedenheim an der Herdecker Straße.
Anna-Sophia aus Witten ist 24 Jahre alt. Einen Schulabschluss hat sie, Orientierung und Motivation, was sie danach machen sollte, gab es eher nicht. Jetzt hat sie in dem Projekt der Aktivierungshilfen das Nähen für sich entdeckt. Für sich privat, aber auch für den „Krambod” im Schwedenheim. Da steht nämlich bald wieder ein Basar auf dem Programm. Die neu erworbenen Fähigkeiten beruflich zu nutzen, das kann sie sich vorstellen. Jedenfalls ist sie motiviert, endlich mit sich und dem Leben etwas anzufangen.
Schicksalsschläge im Privaten, aber auch Suchtkarrieren oder einfach nur durch das Schulraster gefallen – die Palette des Scheiterns ist bunt. Düster hingegen sind die Aussichten, wenn man nichts gelernt hat und keinen Job findet. „Aber wenn ich den ein oder anderen Jugendlichen dann mal im Arbeitsalltag in einem Supermarkt oder sonstwo treffe, dann weiß ich wieder, wofür man diese Arbeit leistet“, sagt Jörg Feldmann.


Bilder