Halle glich an dem Tag einem echten Stofftier-Lazarett

Das Teddybär-Krankenhaus hat Kindern die Angst vor Arzt und Rettungsdienst genommen.

Puppenmütter und Teddyväter kamen mit ihren Lieblingskuscheltieren ins Teddy-Krankenhaus und schildern einem „Facharzt für Stofftierheilkunde“ (Medizinstudierende) die erdachten Leiden.

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) hat wieder für einen Tag ein Teddybär-Krankenhaus eingerichtet. 45 Wittener Kindergärten wurden eingeladen, sodass mehr als 200 Kinder ihre Kuscheltiere und Puppenkinder ambulant ärztlich versorgen lassen konnten.
Studierende der Humanmedizin der UW/H standen bereit, um gebrochene Arme oder verstimmte Mägen der Patienten zu kurieren. „Wir möchten den Kindern so die Angst vor einer Behandlung nehmen. Spielerisch lernen sie kennen, was ihnen ja nach einem Unfall jederzeit passieren kann, dass sie nämlich Menschen mit weißen Kitteln und Mundschutz begegnen, die einem ganz schön Angst einjagen können“, erklärten die Organisatorinnen Felicitas Saal und Katharina Weber den Sinn des Teddybär-Krankenhauses. Eine Patienten-Anmeldung, Behandlungsräume, ein eigener Teddy-OP-Saal samt Röntgengerät sowie eine Apotheke zur „Medikamentenausgabe“ waren Teile der umfangreichen Klinik-Ausstattung, sodass die Halle der UW/H an dem Tag einem echten Stofftier-Lazarett glich. Zur Vorbereitung des Besuches hatten die Erzieher die Themen erarbeitet und jedes Kind hat seinem Stofftier im Vorfeld eine Krankheit zugewiesen, die dann im „Teddybär-Krankenhaus“ behandelt wurde. Dazu kamen die Puppenmütter und Teddyväter mit ihren Lieblingskuscheltieren ins Teddy-Krankenhaus und schilderten einem „Facharzt für Stofftierheilkunde“ (Medizinstudierende) die erdachten Leiden. Anhand des ärztlichen Parcours, welcher mit den Plüschpatienten absolviert wurde, sollten die kleinen Beobachter einen realistischen Einblick in die ärztliche Arbeitswelt erhalten und so auf spielerische Weise ihre Ängste verlieren. Als die Behandlung abgeschlossen war, gab es, je nach Erkrankung, einen Verband oder ein Rezept für ein Medikament.
Neben den Kindern profitierten jedoch auch die Studierenden von dem Projekt. Durch den Kontakt mit den kleinen Patienten schulten sie ihre kommunikativen und psychologischen Fähigkeiten und sammelten zudem Erfahrungen in der Kinderheilkunde. „Das Teddy-Krankenhaus ist in vielerlei Hinsicht eine gute Vorbereitung auf den Beruf“, sagten die Studenten. „Kinder nach einer Krankheit zu befragen, ist viel schwerer, als es das bei Erwachsenen ist. Die Gesprächsführung muss einfach und klar sein – so wie Erwachsene sich das von ihrem Arzt auch manchmal wünschen.“
Seit diesem Jahr unterstützt auch Professor Dr. Jan Ehlers, Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke, das Teddybär-Krankenhaus als zweiter Schirmherr neben Professor Dr. Michael Paulussen aus der Dattelner Kinderklinik. Dr. Jan Ehlers Ehlers hat nicht nur biographisch einen Bezug zur Teddyklinik, sondern das Projekt ist ihm eine besondere Herzensangelegenheit.


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