Frohes Fest auch mit Diabetes

Alle Jahre wieder lockt die Weihnachtszeit mit kulinarischen Köstlichkeiten. Plätzchen, gebrannte Mandeln, Lebkuchen und vieles mehr verführen uns allerorts zum Naschen.

Hinzu kommen oft die üppigen Festmahlzeiten im Kreise der Familie. Leider haben die süßen Verlockungen oftmals einen eher bitteren Beigeschmack: Gerade bei Menschen mit Diabetes kann es durch den zusätzlichen Verzehr von süßen und fettigen Speisen zu erheblichen Entgleisungen der Blutzuckerwerte kommen. In seltenen Fällen droht dann sogar Lebensgefahr. Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten von über 200 mg/dl ist ein übermäßiger Verlust von Blutsalzen und Flüssigkeit über den Urin möglich, der wiederum schwere Kreislaufstörungen zur Folge haben kann.

Daher sollten gerade Diabetiker besonders vorsichtig mit weihnachtlichen Köstlichkeiten sein. Prinzipiell gilt hier die Regel: „Nichts ist verboten, aber alles in Maßen“. So ist selbstverständlich die ein oder andere süße Köstlichkeit erlaubt. Man sollte aber darauf achten, sie nur in kleinen Mengen und möglichst nicht regelmäßig zu verzehren.
Dies gilt übrigens auch für frisches Obst, das aufgrund seines Vitamingehaltes gemeinhin als sehr gesund angesehen wird. Leider enthalten aber gerade Früchte wie Nektarinen, Mandarinen oder Weintrauben sehr große Mengen an Zucker, der den Blutzucker bei Menschen mit Diabetes unmittelbar in die Höhe schießen lässt. Selbiges gilt für Fruchtsäfte (Apfelsaft, Orangensaft, etc.), die in der Regel ebenfalls viel Zucker enthalten. Daher sollten Menschen mit Diabetes jeweils nur kleine Mengen Obst verzehren.
Trotzdem sollten Menschen mit Diabetes natürlich nicht auf alles Gute verzichten müssen: Gerade Nüsse gelten als gesund und können sich sogar günstig auf Gewicht und Blutzucker auswirken. Insbesondere Walnüsse und Haselnüsse enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die sich wiederum positiv aufs Herz-Kreislaufsystem auswirken. Dies gilt leider nicht für lasierte Nüsse oder etwa die weihnachtlichen gebrannten Mandeln. Auch dunkle Schokolade gilt in mäßigen Mengen als eher günstig. Übrigens haben verschiedene Studien auch dem Zimt eine blutzuckersenkende Wirkung zugeschrieben – leider reichen die zum Backen üblichen Mengen an Zimt nicht aus, um eine wesentliche Wirkung zu erzielen.
Für das Festmahl selbst empfiehlt sich insbesondere die mediterrane Küche: Geflügel und Fisch in Kombination mit frischem Gemüse, Salat und Olivenöl sind optimale Bestandteile einer gesunden Mahlzeit für Diabetiker. Vorsicht ist insbesondere bei den klassischen Sättigungsbeilagen (Nudeln, Reis, Knödel, etc.) geboten, welche größere Mengen an Kohlenhydraten enthalten. Regelmäßige Spaziergänge oder andere Aktivitäten unterstützen die Zuckerverwertung des Körpers und stärken zusätzlich den Kreislauf.
Übrigens ist auch gegen ein Glas Wein oder Bier zum Festmahl nichts einzuwenden. In moderaten Mengen kann sich der Alkohol sogar förderlich auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Aber Vorsicht: In größeren Mengen drohen die bekannten Gefahren des Alkohols für Leber, Bauchspeicheldrüse und andere Organe. Auch sollten Diabetiker, die Insulin spritzen oder andere Medikamente einnehmen, die zu Unterzuckerungen führen können, besonders vorsichtig sein, da der Alkohol die typischen Anzeichen einer Unterzuckerung (Nervosität, Schwitzen, schneller Herzschlag, etc.) verschleiern kann.
Falls sich dennoch typische Anzeichen einer Blutzuckerentgleisung einstellen (starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Sehstörungen, Müdigkeit, etc.) oder gar mit dem eigenen Messgerät erhöhte Werte gemessen werden, sollte nach Möglichkeit nicht abgewartet werden, bis die Hausarztpraxis wieder öffnet, da eine Blutzuckerentgleisung rasch zu bedrohlichen Kreislaufstörungen führen kann. In diesen Fällen sollte umgehend die Notaufnahme einer Klinik, idealerweise mit diabetologischer Fachabteilung aufgesucht werden, um schnell eine passende Behandlung einzuleiten.
Trotzdem sollten Menschen mit Diabetes sich die Freude am Fest und an der Vorweihnachtszeit auf keinen Fall nehmen lassen. Berücksichtigt man ein paar einfache Empfehlungen und genießt die Köstlichkeiten in Maßen, steht dem Frohen Fest nichts mehr im Wege!

 


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