Es rieseln keine Bonbons mehr vom Stockumer Kirchturm

Harkortschule hat Rosenmontagszug abgesagt – Narren können vielleicht wieder aufatmen.

So kannte das Publikum den Rosenmontagszug auf der Hörder Straße in Stockum. Er ist im Laufe der Jahre immer größer und bunter geworden, und annähernd 1 500 Jecken haben zum Schluss daran teilgenommen. Nun haben die Veranstalter das Handtuch geworden.

Karneval in Witten? Da fiel einem vor 2005 nicht viel ein. Ja gut: Viele Vereine haben beachtliche Sitzungen abgehalten mit Alaaf und Helau. Aber auf der Straße? Da war Schicht im Karnevalsschacht.
Dann taten sich karnevalistische Kräfte rund um die Harkortschule zusammen und stellen im rheinlandfernen Witten einen Karnevalszug auf die Straße, der über die Jahre zu einem richtigen „Zoch“ angewachsen war mit annähernd 1 500 Jecken an und auf der Hörder Straße. „Un nu kütt de Zoch nit mih“. Nach zwölf Jahren heißt es „Ende Karnevalsgelände“ in Stockum.

Einzig in der Welt
Das ist besonders schade, weil der Stockumer Zug wohl einzig auf der Welt war: Es wurden keine Kamelle vom Zug aus geworden, sondern das Publikum beteiligte sich als Süßigkeitenschleuder, oder die Bonbons rieselten vom Kirchturm. Es werde keinen Rosenmontagszug der Harkortschule mehr geben, war aus dem Lehrerzimmer zu hören, weil der Aufwand, einen solchen Karnevalszug vorzubreiten, einfach zu groß gewesen sei, besonders was die Sicherheit angegangen sei. Man habe teils die Genehmigung erst in letzter Sekunde bekommen, es gebe immer höhere Auflagen. Zudem ist die treibende Kraft hinter dem Zug, Annedore Blank, in Rente gegangen. Der Umzug war über die Jahre immer größer geworden, vor fünf Jahren musste erstmals die Hörder Straße gesperrt werden. Als Ersatz soll es eine schulinterne Karnevalsfeier geben am Freitag vor Rosenmontag mit Kostümschneiderei im Unterricht und am Nachmittag mit Kamellewerfen auf dem Schulhof. Vielleicht können die Karnevalsnarren im nächsten Jahr wieder aufatmen. Zwei Mütter – Eileen Niggemann und Bettina Hartmann – wollen die Organisation übernehmen und die Stockumer Vereine mit ins Boot holen.


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