Er hat die nötige Reife: Schulleiter Gerd Buschhaus geht

Schulfest zum 40. Geburtstag des Gymnasiums Holthausen beendet auch seine Schulzeit.

Schulleiter Gerd Buschhaus strebt den wohlverdienten Ruhestand an und will im Sommer „in Rente“ gehen. Er kam vor genau vierzig Jahren zum Gymnasium nach Holthausen - als junger Referendar. Mit dem runden Geburtstag der Schule endet nun seine Dienstzeit

Gerd Buschhaus, Schulleiter des Gymnasiums Holthausen, steht kurz vor dem (Un-) Ruhestand. Im Sommer soll Schluss sein. Ein Ende mit Paukenschlag, denn zu diesem Zeitpunkt feiert die Schule den vierzigsten Geburtstag am Standort Holthausen. Für Gerd Buschhaus war das Jahr 1978 auch sein persönlicher Beginn als junger Referendar in Holthausen.

„Ich habe Biologie studiert und am Anfang wusste ich noch nicht genau, ob ich ein Diplom machen wollte oder doch in die Lehrerausbildung gehe. Aber für die Lehrerausbildung gab es ein ganz persönliches Schlüsselerlebnis. Ich bin ja in Wuppertal geboren und habe dort das Gymnasium besucht. Ich war ein ruhiger Schüler und ich saß bei einem Lehrer für Mathe und Physik ganz vorne. Einmal hat dieser Lehrer im Unterricht eine Klassenarbeit geschrieben für eine andere Klasse. Man konnte aber natürlich auch über Kopf lesen, was er schrieb. Irgendjemand hat seiner Tochter erzählt, dass wir das gelesen haben und vermutlich der anderen Klasse erzählen werden - und die Tochter hat das natürlich dem Vater erzählt. Na ja, ab da war ich für diesen Lehrer durch. Ich hatte ihn in der Prüfung im Abitur und mündlich hat er mich in Physik so lange geprüft, bis er mir eine schlechte Note geben konnte. Das hat mich doch stark geprägt“, erzählt Buschhaus.
So wurde er selbst Lehrer und blieb immer in Holthausen - durchaus außergewöhnlich. „Ich wollte hier bleiben“, sagt er. 2009 trat er die Nachfolge von Clemens Naßenstein an, davor war Helmut Auffermann Schulleiter am Gymnasium in Holthausen.
Viele Jahre Schulleben, auf die Gerd Buschhaus zurückblicken kann. Was hat sich am meisten geändert?
„Ich glaube, dass individuelle Schulkarrieren heute durch die immer stärkere Normierung sehr eingeschränkt sind. Nach meinem Empfinden hatten wir früher mehr Wahlmöglichkeiten in den Fächern. Manche Kombinationen, wie zum Beispiel Bio und Sport als Leistungskurse sind heute nicht mehr möglich. Ich empfinde es als Rückschritt, dass vieles so festgeschrieben ist.“
Außerdem, so der Vater zweier Söhne, die übrigens keine Lehrer wurden (einer ist Arzt, der andere Physiotherapeut), sehe er eine Zunahme der psychischen Belastungen bei den Schülern. „Es gibt viel mehr Druck - woher auch immer dieser genau kommt. Ob vom System, von Eltern, von Schülern selbst - das mag verschieden sein. Ich erinnere mich auch nicht, dass Eltern bei der Fächerwahl ihrer Kinder in der Oberstufe früher so viel Einfluss genommen hätten – heute wird sehr taktisch gewählt. Und wir haben eine große Hinwendung zum ICH statt zum WIR.“
Ob G8 oder G9, für Buschhaus ist es eher eine Frage des „wie“. „Ich sehe nicht zwingend für jeden Schüler eine Überlastung durch G8, aber man muss sehen, wie das gemacht wurde. Jetzt werden wir zu G9 zurückkehren, aber vermutlich wird es eine Möglichkeit auf der Überholspur geben, auch nach acht Jahren das Abitur zu machen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.“
Und noch eine Veränderung im Schulleben ist für ihn allgegenwärtig: „Die modernen Kommunikationsmittel machen eine Dokumentation, eine Prüfung, ein Gegenchecken in hohem Ausmaße möglich. Es hat Zeiten gegeben, in denen der Schulleiter früher einfach mal etwas ausgesessen hat, weil er davon überzeugt war, es hat sowieso keine Zukunft. Das geht heute nicht mehr“, lacht er.
Nun also fällt der Schluss der persönlichen „Schulkarriere“ von Gerd Buschhaus mit dem vierzigsten Geburtstag des Gymnasiums in Holthausen zusammen. Das muss und wird natürlich gefeiert. Ehemalige Lehrer stehen schon bereit – allen voran WDS! Dahinter verbirgt sich Musiklehrer Wolf-Dieter Schäfer – legendär in seinen fünfstündigen (!) Weihnachtskonzerten und seinem außerschulischen Engagement für das Projekt „Carmina Burana“ auf dem Hüttengelände – und nicht zu vergessen war er es, der die Blockflöte bei den Fünferklassen einführte. „Außerdem soll es eine Homepage für Ehemalige geben. Wir wünschen uns hier natürlich Fotos von früher“, so Buschhaus.
Offizieller Feiertag wird Samstag, 7. Juli, sein. Ab 14 Uhr wird gefeiert. Danach gibt es ein großes Schulfest bei hoffentlich schönem Wetter. Ein paar Tage später gibt es eine Revue in der Aula – die bis dahin nicht mehr renoviert wird. Das würde nämlich nicht fertig und deshalb feiert man den 40. Geburtstag auf den gleichen Stühlen, auf denen man schon die Einweihung der Schule feiern konnte.


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