Elfringhausen: Sich den letzten Weg nach Hattingen sparen

Unser Dorf hat Zukunft – Bürger verschönern den Friedhof, der vom Sparverein geleitet wird.

Im Rahmen des Projektes „Unser Dorf hat Zukunft“ wurde der Friedhof, der unter der Leitung des „Elfringhauser Sparvereins“ privat verwaltet wird, Verschönerungsarbeiten unterzogen. Da packen alle mit an. Im Wagen an der Schippe Volker Schlickum, Vorsitzender vom Bürger-, Heimat- und Verkehrsverein Elfringhausen

Elfringhausen vertritt den EN-Kreis auf Landesebene im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Das hatte eine Jury beim Vor-Ort-Termin im September so entschieden und damit waren Ennepetal und Breckerfeld, die sich ebenfalls beworben hatten, raus. Jetzt wurde im Rahmen des Projektes erst einmal der Friedhof verschönert - und das ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde.
Blickt man auf den Friedhof von der Felderbachstraße hinunter, zeigt sich ein harmonisches Bild: Gepflegte Gräber, dahinter Wiese und Wald und über dem Wald­rücken ein Windrad. Der private Friedhofsverein, dem dieses Stückchen Erde gehört, wurde unter dem Namen „Elfringhauser Sparverein“ 1896 gegründet und ist im Vereinsregister der Stadt Hattingen die Nummer eins. Doch was hat ein Friedhof mit Sparen zu tun?
„Eigentlich geht es hier gar nicht um Geld, obwohl es doch eine Rolle spielt“, lacht Friedhelm Pöthmann, seit 2005 Vorsitzender des ungewöhnlichen Vereines. „Bevor wir hier in Elfringhausen einen Friedhof hatten, mussten die Elfringhauser mit dem Leichnam immer zur Bestattung nach Hattingen. Das ging dann mit Pferd und Wagen für den Leichnam und zu Fuß für den Leichenzug und war sehr mühselig. Oft war man mehr als zwei Stunden unterwegs. Auf dem Rückweg kamen die Elfringhauser an so manchen Kneipen vorbei und das gab dann oft einen Schnaps. War das Ziel wieder erreicht, so hatten so manche Begleiter des letzten Weges dem Verstorbenen mehr als genug Ehre erwiesen und etliche Schnäpse getrunken. Diese unhaltbaren Zustände wurden den Behörden bekannt und so kam es, dass wir in Elfringhausen einen privaten Friedhof bekamen und eben mit damals 18 Mitgliedern den Verein gründeten. Da konnten wir uns den Weg nach Hattingen sparen – und daher kommt auch der Name ,Elf­ringhauser Sparverein‘. Mit Geld hat das insoweit zu tun, dass der private Friedhof bis heute wesentlich kostengünstiger ist als ein städtischer oder kirchlicher Friedhof.“
Rund neunzig Grabstellen gibt es auf diesem Fleckchen Erde.  Fast alle, die hier beerdigt werden, haben in Elfringhausen gelebt. Oder sie sind weggezogen und hatten den Wunsch, hier die letzte Ruhe zu finden. „Wir haben auch Auswärtige. Darunter sind Wanderer, die viele Jahre in der Elfringhauser Schweiz gewandert sind und es hier so schön finden, dass sie auf diesem Friedhof beerdigt werden möchten. Die Konfession spielt dabei keine Rolle, hier darf jeder seine Ruhe finden.“
Ein Regelgrab kostet zwischen 200 und 500 Euro für dreißig Jahre. Und man muss es auch danach nicht wieder kaufen, sondern kann es vererben. Kostenlos. Mit sechs Euro im Jahr Instandhaltungskosten lässt sich auch leben. „Das ist fürs Rasenmähen“, so Pöthmann.
Wer sich für den Verein, der immer Unterstützer sucht oder eine Grabstelle interessiert, kann Friedhelm Pöthmann kontaktieren: Telefon 02052/6815 oder per Fax unter 02052/81957.


Bilder