Ein Stadtteil hübscht sich auf: Im Rauendahl tut sich was

Quartiersentwicklerin Gabriele Krefting und Helfer haben für 2017 noch einiges in Planung.

Gabriele Krefting (2.v.r.) ist die Quartiersentwicklerin im Rauendahl. Seit dem 1. September 2015 ist sie in diesem Projekt tätig. Im Februar 2016 wurde der Arbeitskreis „Wir im Rauendahl“ aus der Taufe gehoben. Die Bewohner des Stadtteils helfen seit dieser Zeit engagiert mit, ihr direktes Wohnumfeld zu verbessern.

Die Hattinger und Sprockhöveler kennen Gabriele Krefting aus ihrer Arbeit in der Alzheimer-Gesellschaft Hattingen/Sprockhövel. Seit September 2015 ist sie auch Quartiersentwicklerin. Der Begriff ist sperrig und kaum jemand weiß, was genau sich dahinter verbirgt.
„Hinter dem Gedanken steht ein Landesprojekt mit dem Titel ‚Altengerechte Quartiere NRW‘. Die Zielsetzung ist, dass möglichst viele ältere Menschen in ihrem direkten Wohnumfeld bis zu ihrem Tod leben können und sich dort wohlfühlen. Für den Ennepe-Ruhr-Kreis hat die Stadt Hattingen den Zuschlag für das Projekt bekommen. Sie hatte den Stadtteil Rauendahl ausgewählt, weil dort schon nach einer Studie aus dem Jahr 2009 rund 27 Prozent der Bewohner älter als sechzig Jahre alt waren, Tendenz steigend. Ich soll nun gemeinsam mit Akteuren und natürlich den Bürgern helfen, diesen Stadtteil so zu entwickeln, dass die Zielsetzung erreicht wird“, erklärt Gabriele Krefting.
Fast von selbst versteht sich, dass sie dabei keinen nennenswerten finanziellen Etat ihr Eigen nennen kann. Sie hat ein kleines Büro im Kinder- und Jugendtreff in der Munscheidstraße bezogen. „Den Standort finde ich gut. Hier können sich Jung und Alt begegnen und vielleicht ergeben sich auch daraus gemeinsame Projekte.“ Zu ihren ersten Aufgaben zählte das Erkunden des Stadtteiles auf zwei Beinen. „Es gibt unglaublich viele kleine Straßen. Ich habe viele Fotos gemacht und dadurch kam ich schon mit Menschen ins Gespräch, die wissen wollten, was ich da mache.“
Partner des Landesprogramms „Altengerechte Quartiere NRW“ sind unter anderem Stadt und die HWG als größter Vermieter im Rauendahl. Bei der Quartiersentwicklung versucht man zusammen mit der Bewohnerschaft, Treffpunkte zu schaffen sowie ein vielfältiges Freizeitangebot zu entwickeln. Darüber hinaus wird daran gearbeitet, die gesundheitliche Versorgung, die Nahversorgung, das Einzelhandelsangebot, das Wohnungsangebot sowie die ÖPNV Anbindung zu verbessern.
Seit September 2015 hat Gabriele Krefting gemeinsam mit den Bewohnern schon einiges geschafft. Zum Beispiel die Schmöker-Bude, eine alte Telefonzelle, die seit einem Jahr als Tauschbörse für Bücher genutzt wird. Oder die Infotafel mit Fotos und aktuellen Terminen im Rauendahl, die im Frühjahr 2017 eingeweiht werden konnte. Ursprünglich sollte das Projekt zum Sommer 2017 auslaufen, jetzt fördert das Land ein weiteres Jahr.


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