E-Autos kann man beim Arbeitgeber steuerfrei aufladen

Was sich 2017 ändert – Das geht Unternehmer, Sparer und Familien gleichermaßen an.

Seit dem 1. Januar sind etliche Gesetzesänderungen und auch neue Gesetze in Kraft getreten. Das geht Unternehmer, Sparer, Steuerzahler und Familien gleichermaßen an – was sie wissen sollten. Bei den mit1 gekennzeichneten Titeln könnte sich noch was ändern, da die Gesetze noch nicht endgültig verabschiedet sind. ­
Der Mindestlohn steigt voraussichtlich auf 8,84 Euro
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland steigt voraussichtlich von 8,50 auf 8,84 Euro. Auf die Steigerung hatte sich eine Mindestlohnkommission von Arbeitnehmern und Arbeitgebern verständigt.
Reformator bringt zusätzlichen Feiertag
Wegen des Reformationsjubiläums ist der 31. Oktober bundesweit einmalig zu Ehren des Reformators ein Feiertag. An diesem Tag jährt sich die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen zum 500. Mal.
Das nützt allen Steuerzahlern1
Der Grundfreibetrag soll um 168 Euro auf 8 820 Euro steigen. Das nützt allen Steuerzahlern, da der Staat erst bei Einkommen über dem Grundfreibetrag Steuern abzieht. So werden bei Ledigen erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 8 820 Euro im Jahr Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 17 640 Euro.
Pflegeversicherung wird teurer
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt auf 2,55 Prozent beziehungsweise 2,8 bei ­Kinderlosen. In der Krankenversicherung bleibt er weitgehend unverändert bei durchschnittlich 15,7 Prozent. Denn der Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer allein zahlen, kann bei etwa 1,1 Prozent bleiben. Er kommt zum Beitrag von 14,6 Prozent hinzu, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen tragen. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt bei sieben Prozent stabil. Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung beträgt weiterhin 3,0 Prozent.
Unterstützung für Pflegende
Mit der zweiten Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II wird das Leistungsangebot für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige ausgebaut. Eingeführt wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nach dem Grad der Selbständigkeit des Betroffenen richtet und nicht mehr hauptsächlich nach dem Zeitaufwand für die Hilfe. Demenzkranken wird ein Anspruch auf die gleichen Leistungen gewährt wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Zugleich werden die bisher drei Stufen auf fünf „Pflegegrade“ ausgeweitet. Keiner der annähernd 2,8 Millionen Leistungsbezieher aus der sozialen und der privaten Pflegeversicherung soll demnach schlechtergestellt werden. Menschen, die ein Familienmitglied pflegen, sollen unter anderem bei Sozialbeiträgen bessergestellt werden.
Für Eltern bleibt Betrag pro Kind und Jahr steuerfrei1
Der Kinderfreibetrag von insgesamt 7 248 Euro wird im ersten Schritt um 108 Euro erhöht. Für Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ihres Einkommens steuerfrei. Das Kindergeld soll um monatlich zwei Euro pro Kind steigen. Für die ersten beiden Kinder beträgt es dann jeweils 192 Euro, für das dritte 198. Danach gibt’s jeweils 223 Euro. Wer wenig verdient, bekommt einen Kinderzuschlag. Er wird um zehn Euro auf je 170 jeden Monat aufgestockt.
Der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende wird ausgeweitet1
Alleinerziehende Väter und Mütter sollen künftig besser abgesichert sein, wenn der andere Elternteil Unterhalt für das gemeinsame Kind verweigert. Dafür wird der Unterhaltsvorschusses ausgeweitet. Geplant ist, die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre abzuschaffen und die Altersgrenze von 12 auf 18 Jahre zu erhöhen.
E-Auto kann man beim Arbeitgeber steuerfrei aufladen
Das kostenlose oder verbilligte Aufladen eines Elektroautos oder Elektrorades im Betrieb des Arbeitgebers ist nach Angaben des Steuerzahlerbundes von Anfang des Jahres an steuerfrei. Die Regelung gelte für reine Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und zugelassene Elektrofahrräder. Die Begünstigung sei allerdings bis Ende 2020 befristet.
Renten um 2 Prozent erhöht
Die Rentner können für Mitte 2017 mit einem Zuschlag von bis zu 2,0 Prozent rechnen. Die genaue Erhöhung wird aber erst im Frühjahr feststehen.
Die Flexirente beginnt
Arbeitnehmer können flexibler aus dem Berufsleben aussteigen. Künftig kann ­eine neue Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert werden.
Steuerpflichtiger Anteil
Bei der Rentenbesteuerung erhöht sich nach Angaben des Steuerzahlerbundes der steuerpflichtige Rentenanteil von 72 auf 74 Prozent. Somit würden nur noch 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei bleiben. Dieser Anteil gelte für in diesem Jahr hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibe der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.
Die Hartz-IV-Regelsätze steigen1
Zum Jahresbeginn sollen Leistungen für alle steigen, die ihren Lebensunterhalt nicht selber bestreiten können. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt von 404 Euro auf 409 pro Monat. Die Grundsicherung für Kinder zwischen 6 und 13 erhöht sich um 21 auf 291 Euro. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahre beträgt weiterhin 237 Euro pro Monat. Jugendliche bis 18 Jahren erhalten 311 Euro.
Die Ökostrom-Umlage wird angehoben
Verbraucher müssen zur Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Ökostrom-Umlage wird von 6,35 Cent auf 6,88 je Kilowattstunde angehoben. Die Umlage zahlen Verbraucher über die ihre Stromrechnung.
Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Von diesem Jahr an wird die Ökostrom-Förderung umgestellt. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erhalten Betreiber größerer Windparks, Solaranlagen und Biogas-Anlagen künftig für eingespeisten Strom keine feste Vergütung mehr. Stattdessen gilt für neue Projekte: Wer am wenigsten Subventionen pro Kilowattstunde Strom verlangt, erhält den Zuschlag.


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